Balkan-Offroad: sauber abgelegt
… lag unser YellowCruiser nur drei Kilometer vor dem Ziel der gestrigen ersten Wertungsetappe (118 km) in einem Loch neben dem Waldweg. Und unter dem Toyo ging es noch einige Meter weiter nach unten, gehalten wurde er nur durch einige dünne Bäume und Zweige. Zu schnell gefahren? Muss wohl so gewesen sein. Die Etappe war sehr hart und „bumpy“, aber auch gleichzeitig extrem rutschig. Der rotbraune Lehmboden bot kaum Grip. Selbst marathonrally.com berichtete von einem „knallharten Auftakt“. Bremsen entwickelte sich zur Glückssache. Und nach über vier Stunden hochgradig angespannter Fahrzeit auf einer sehr komplizierten Strecke hatte wohl auch meine Konzentration etwas nachgelassen. Ja, ich bin schuld und kann niemand anderen dafür verantwortlich machen. Wer bremst verliert. Die Kontrolle, was sonst. Also war hier die gestrige Etappe erst mal beendet für uns. Sieht ziemlich schlimm aus das Bild, auch die Situation vor Ort live und in Farbe sah alles andere als Erfolg versprechend aus. OK, es gab keine Verletzte. Das war erst mal die gute Nachricht.
Und noch eine weitere gute Nachricht vorweg: der YellowCruiser läuft und rennt wieder. Wer hätte das gestern gedacht! Und wir sind heute erfolgreich die zwei Wertungsprüfungen der zweiten Etappe des Balkan Offroad Marathon in Bulgarien gefahren.
Aber erst mal zurück zu gestern. Am Morgen sah natürlich alles noch ganz gut aus. Die üblichen Sprüche der anderen deutschen Teams, etwas Aufregung und dann ging es los. Aber recht schnell wurde klar, dass die Strecke hart werden würde. Nicht vergleichbar mit der Baja Saxonia oder der MT Rally, fast schon eine Art Trophy mit Trail-Einlagen. Nachdem etwa zur Hälfte der Wertungsprüfung eine Vielzahl der Teams (einschließlich wir) an einer wohl sehr schwierig - ich meine falsch dargestellten - Stelle des Roadbooks mehrfach im Kreise fuhren, hörte der Spaß allmählich auf. Und irgendwie ist es dann eben passiert. Kurve rechts mit ordentlich Schmatz angefahren, böse Bodenwelle, kurzes Schaukeln uuuuuuund Takeoff …
Das sitzt sich auch voll blöd, wenn man so auf links liegt. Und nach oben durch die Beifahrertür aussteigen ist auch nicht besser. Und noch cooler ist wenn man von außen in das liegende Auto und auf den Fahrersitz zurück klettert. Die Bergung des YellowCruisers gestaltete sich ganz schön schwierig, da der Wagen nach hinten in das tiefe Loch abzukippen drohte und dann wohl nur noch als Klumpen abtransportiert werden könnte. Dank Alex und einiger helfender bulgarischer und griechischer Teams haben wir den YellowCruiser unter Verwendung mehrer Winden und Gurte, Säge und Spaten dann nach fast zwei Stunden bergen können. Und die Maschine sprang sofort wieder an und lief wie ein Uhrwerk! Bleiben einige Blessuren auf der linken Seite und ein abgerissener Rücksiegel, alles Sachen die uns an der Weiterfahrt nicht hindern sollten – und ein Rallye-Auto doch erst so richtig standesgemäß „kleiden“.
Auf der heutigen Etappe, die aus zwei Spezialprüfungen (50 km und 90 km) bestanden, hat sich unser YellowCruiser heute bestens bewährt und hat uns nach den vorläufigen Ergebnissen – veröffentlicht vor 20 Minuten - auf Platz 15 für diese Etappe gefahren.
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- Warten am Start

- Dann gings zur Sache … (c)marathonrally.com

- Da liegt er, erste Helfer sind da.

- Stück für Stück …

- … ziehen die Winden ihn raus.

- Riesigen Dank …

- … an die vielen Helfer!

- Böses Loch!

- Nächtliche Reparatur, …

- … am nächsten Morgen …

- .. nette Sprüche der “Kollegen” …

- … und es geht wieder zum Start.
Date: 7. September 2010

Was hab’ ich da nur los getreten! Ziemlich anstrengend, jeden Abend oder auch mal eben so zwischendurch von unterwegs Beiträge schreiben, fotografieren, Bilder nachbearbeiten, wieder schreiben, WLAN suchen, alles hoch laden, formatieren na und so weiter. Irgendwann braucht man ja auch mal Schlaf und zwischendurch wollen wir hier in Bulgarien und Griechenland ja auch noch eine Rallye fahren!









Am späten Abend trennten uns nur noch wenige Kilometer von der Donau-Fähre in Calafat, die uns am folgenden Morgen rüber nach Bulgarien bringen sollte. Dies wollten wir uns unbedingt für den nächsten Tag aufheben und so steuerten wir einen Parkplatz zur feldmäßigen Übernachtung an. Als die Steaks auf dem Grill lagen, erschienen die ersten vierbeinigen Streuner, die im Gegensatz zu den meisten bei uns zu sehenden Hunden alles andere als einen wohlgenährten Eindruck machten. Aber sie ließen sich leicht vertreiben und so konnten wir unser spätes Abendbrot ausschließlich unter uns Zweibeinern aufteilen und bestens genießen.









Wir fahren dann mal eben zurück ins vorletzte Jahrhundert. Oder ins letzte: die Epoche sozialistische Errungenschaften, garantiert zum Wohle des Volkes. Oder eben beides zugleich und das aber volles Programm. Rumänien. Natürlich hat man schon viel in TV und sonstwo gesehen, man ist ja schließlich nicht von gestern. Aber echt live und in Farbe - wobei diese eigentlich meist fehlt - ist das schon massiv anders und brachial.











Die ersten 900 Kilometer von Leipzig in Richtung Balkan sind geschafft! Keine besonderen Vorkommnisse, wenn man von der Wegelagerei – sprich Autobahnmaut oder auch Straßenbenutzungsgebühr – und die damit verbundenen Hürden und Erlebnisse auf dem Weg durch die Tschechische und Slowakische Republik und Ungarn mal absieht. Gegen Mitternacht hat unser kleiner Rallye-Tross die Stadt Szeged in Ungarn erreicht, bis zur rumänischen Grenze sind nur noch wenige Kilometer. Die Durchquerung Rumäniens wollen wir uns nicht unbedingt nachts antun.







Nur noch zwei Wochen bis zur Abfahrt in Richtung Balkan. Nur noch zwei Wochen um letzte Ein-, An- bzw. Umbauten am YellowCruiser vorzunehmen und um die letzten Besorgungen zu machen. Nachdem wir letztes Wochenende noch einmal einen kurzen Exkurs im nahe gelegenen Tagebau zum finalen Fahrwerk- Check unternommen hatten, geht es jetzt in den letzten Tagen eher um die kleineren Details. Wer besorgt was, was kommt in welche Kiste oder wo und wie wird’s im Fahrzeug fest gemacht. Das Thema Listen hatte ich ja erst im letzten Beitrag behandelt - selbstverständlich gibt es auch für die kleinen und großen mitzunehmenden Dinge wie Kopfschmerztabletten, Toilettenpapier, Zelt, Ersatzzündschlüssel und Wörterbuch eine umfangreiche Liste. Und die fängt mit ADAC-Mitgliedausweis an und hört bei Zeltplane auf. Dazwischen gibt es ca. 90 Einträge, dies aber alles ohne Ersatzteile und Werkzeug usw., denn dafür gibt es ja eine andere Liste …
Planungen sind doch nur dazu da, um sie irgendwann wieder über den Haufen zu werfen. Hauptsache man hat dafür einen guten Grund. Und den haben wir. Nachdem sich die Kommunikation mit der Orga der SilkWay Rally leider ausschließlich einseitig gestaltet und darüber hinaus die Anforderungen an das Budget und die Leidensfähigkeit potenzieller Teilnehmer nicht nur aus unserer Sicht unannehmbar hoch sind, haben wir das Thema SilkWay für uns abgehakt. Schade, aber möglicherweise will man im Buddelkasten dieser Liga unbedingt unter sich bleiben und Teams ohne Millionenbudget sollen gefälligst woanders spielen.
“Motorsport-Zelt” hieß das viel versprechende Angebot im Online-Shop und im Kleingedruckten war unter anderem von “wetterfest” die Rede und es wurde aber vor Sturm, Hagel und Gewitter gewarnt. Das ist gut nachvollziehbar bei einem großen Zelt, dessen Dach und Seitenteile zusammen vielleicht eine größere Gesamtfläche als das Segel einer kleinen Yacht im Ernstfall gegen den Wind stemmen müssen. Große Freude kam auf, als es das Zelt dann auch noch in gelber Farbe gab! Na wenn das nicht ideal zum “Corporate Design” von 4×4-Rally.com passt! Bestellt, bezahlt und geliefert innerhalb kürzester Zeit - und das gelbe Zelt gehört seit dem zur Team-Ausrüstung und sollte sich zur Baja Saxonia erstmals bewähren.
Viel zu kalt, viel zu nass, viel zu kurz, viele Eindrücke, viele gute Gespräche, viele nette Leute, viele Fotos, viele neue Ideen. So können wir unser Fazit der Baja Saxonia ziehen. Einfach ein super Event, gut organisiert und für uns eine interessante Mischung aus Fahrzeugen und Teams verschiedenster Leistungsklassen. Erfreulich war das Feedback was wir während der Baja nicht nur von einigen Lesern dieses Blogs erhielten. Und auch das Wiedersehen mit einigen alten Bekannten hat uns sehr gefreut.









Geschafft! Nach zwei Wertungsprüfungen sind wir ohne größere technische Schäden durchs Ziel der 3. Baja Saxonia gerollt!









„Prolog“, laut Wikipedia: … (griechisch πρόλογος /prólogos/ „das Vor-Wort, die Vor-Rede“) bedeutet so viel wie „Vorwort“. … Ein Prolog ist eine Einleitung, Vorrede oder auch ein Vorwort. Im Drama dient diese Vorrede der Erläuterung des Sinnes des Stücks …







06:30 Uhr war die Nacht das zweite Mal zu ende. Das erste Mal muss irgendwann gegen 04:00 Uhr gewesen sein, als sich die gefühlten Null Grad allmählich aber doch zielstrebig durch den Schlafsack durchgearbeitet hatten. Gepaart mit dem lebensgefährlichen Sägegeräusch aus dem Nachbarzelt (ich werde dem Kollegen mal eine Nacht zur medizinischen Beobachtung im Schlaflabor nahe legen …) wirkte diese Mischung heftig erwachend. Also raus aus dem Zelt zum Fahnenappell oder so ähnlich – nur außer uns war noch keiner wach …









Der Countdown läuft - nur noch weniger als 72 Stunden bis zum Start der Baja Saxonia (
Vor wenigen Wochen hatte ich hier über unseren neuen gebrauchten Rallye-Bus berichtet. Inzwischen hat er uns nicht nur als Lastenesel für unseren AMI Messestand gute Dienste erwiesen. Ganz LKW eben, so wie es in der Zulassung steht. Mit dem Nachteil, dass man sich am Sonntag nicht mit einem Anhänger erwischen lassen darf, denn dann unterliegt man in Deutschland dem Wochenendfahrverbot für LKW und in der Feriensaison zusätzlich noch der Ferienreiseverordnung. Als kleine “Entschädigung” wird ein als LKW zugelassenes Fahrzeug dafür jedoch nicht nach Hubraum sondern nach Gewicht versteuert, was in der Regel etwas günstiger ist.
Silk Way Rally 2010
Am Wochenende war die Stimmung noch gut. Aber heute ist ein richtig schwarzer Tag - so schnell kann das gehen. Mit großer Bestürzung und großem Bedauern haben wir die plötzliche Absage der MT Rally aufgrund der am Wochenende geschehenen Flugzeugkatastrophe in Smolensk und des damit verbundenen, unfassbaren Todes des Präsidenten der Republik Polen und weiterer hochrangiger Regierungsvertreter Polens zur Kenntnis genommen. Wir trauern gemeinsam mit unseren polnischen Freunden, auch um die ums Leben gekommenen hochrangigen Führer der polnischen Landstreitkräfte, deren Unterstützung sehr wichtig für die Entstehung der MT Rally war. Natürlich können wir die Entscheidung zur Absage der Rallye in diesem Moment absolut verstehen.
Seit Freitag stehen wir mit unserem YellowCruiser und einem Landrover unserer polnischen Freunde von MT Rally auf der Leipziger Automesse AMI. Und wir haben viel Spaß! Tomasz und Norbert, die nur zwei Wochen vor dem Start der MT Rally den langen Weg von Warschau nach Leipzig nicht gescheut haben, sind total gut drauf und es vergehen fast keine zehn Minuten ohne dass wir uns vor Lachen über diverse, schräge Offroad-Erlebnisse oder trockene Jokes biegen – die zwei spielen sich die Lachbälle nur so zu.


Wir brauchen unbedingt einen Bus!


