Donnerstag, 9 of September of 2010

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Balkan-Offroad: sauber abgelegt

… lag unser YellowCruiser nur drei Kilometer vor dem Ziel der gestrigen ersten Wertungsetappe (118 km) in einem Loch neben dem Waldweg. Und unter dem Toyo ging es noch einige Meter weiter nach unten, gehalten wurde er nur durch einige dünne Bäume und Zweige. Zu schnell gefahren? Muss wohl so gewesen sein. Die Etappe war sehr hart und „bumpy“, aber auch gleichzeitig extrem rutschig. Der rotbraune Lehmboden bot kaum Grip. Selbst marathonrally.com berichtete von einem „knallharten Auftakt“. Bremsen entwickelte sich zur Glückssache. Und nach über vier Stunden hochgradig angespannter Fahrzeit auf einer sehr komplizierten Strecke hatte wohl auch meine Konzentration etwas nachgelassen. Ja, ich bin schuld und kann niemand anderen dafür verantwortlich machen. Wer bremst verliert. Die Kontrolle, was sonst. Also war hier die gestrige Etappe erst mal beendet für uns. Sieht ziemlich schlimm aus das Bild, auch die Situation vor Ort live und in Farbe sah alles andere als Erfolg versprechend aus. OK, es gab keine Verletzte. Das war erst mal die gute Nachricht.

Und noch eine weitere gute Nachricht vorweg: der YellowCruiser läuft und rennt wieder. Wer hätte das gestern gedacht! Und wir sind heute erfolgreich die zwei Wertungsprüfungen der zweiten Etappe des Balkan Offroad Marathon in Bulgarien gefahren.

Aber erst mal zurück zu gestern. Am Morgen sah natürlich alles noch ganz gut aus. Die üblichen Sprüche der anderen deutschen Teams, etwas Aufregung und dann ging es los. Aber recht schnell wurde klar, dass die Strecke hart werden würde. Nicht vergleichbar mit der Baja Saxonia oder der MT Rally, fast schon eine Art Trophy mit Trail-Einlagen. Nachdem etwa zur Hälfte der Wertungsprüfung eine Vielzahl der Teams (einschließlich wir) an einer wohl sehr schwierig - ich meine falsch dargestellten - Stelle des Roadbooks mehrfach im Kreise fuhren, hörte der Spaß allmählich auf. Und irgendwie ist es dann eben passiert. Kurve rechts mit ordentlich Schmatz angefahren, böse Bodenwelle, kurzes Schaukeln uuuuuuund Takeoff …

Das sitzt sich auch voll blöd, wenn man so auf links liegt. Und nach oben durch die Beifahrertür aussteigen ist auch nicht besser. Und noch cooler ist wenn man von außen in das liegende Auto und auf den Fahrersitz zurück klettert. Die Bergung des YellowCruisers gestaltete sich ganz schön schwierig, da der Wagen nach hinten in das tiefe Loch abzukippen drohte und dann wohl nur noch als Klumpen abtransportiert werden könnte. Dank Alex und einiger helfender bulgarischer und griechischer Teams haben wir den YellowCruiser unter Verwendung mehrer Winden und Gurte, Säge und Spaten dann nach fast zwei Stunden bergen können. Und die Maschine sprang sofort wieder an und lief wie ein Uhrwerk! Bleiben einige Blessuren auf der linken Seite und ein abgerissener Rücksiegel, alles Sachen die uns an der Weiterfahrt nicht hindern sollten – und ein Rallye-Auto doch erst so richtig standesgemäß „kleiden“.

Auf der heutigen Etappe, die aus zwei Spezialprüfungen (50 km und 90 km) bestanden, hat sich unser YellowCruiser heute bestens bewährt und hat uns nach den vorläufigen Ergebnissen – veröffentlicht vor 20 Minuten - auf Platz 15 für diese Etappe gefahren.

Warten am Start
Dann gings zur Sache …   (c)marathonrally.com
Da liegt er, erste Helfer sind da.
Stück für Stück …
… ziehen die Winden ihn raus.
Riesigen Dank …
… an die vielen Helfer!
Böses Loch!
Nächtliche Reparatur, …
… am nächsten Morgen …
.. nette Sprüche der “Kollegen” …
… und es geht wieder zum Start.
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Balkan-Offroad: Prolog

Was hab’ ich da nur los getreten! Ziemlich anstrengend, jeden Abend oder auch mal eben so zwischendurch von unterwegs Beiträge schreiben, fotografieren, Bilder nachbearbeiten, wieder schreiben, WLAN suchen, alles hoch laden, formatieren na und so weiter. Irgendwann braucht man ja auch mal Schlaf und zwischendurch wollen wir hier in Bulgarien und Griechenland ja auch noch eine Rallye fahren!

Genau das haben wir gemacht oder genauer gesagt, heute zunächst mit dem Prolog begonnen. Vorher war aber gestern und heute noch einiges zu erledigen: Sponsoren-Logos anbringen (also die der Sponsoren des Balkan Offroad Marathon), Um- und Ausladen von Kisten, Befestigen diverser Dinge im Auto, Anmeldung im ORGA-Büro, technischer Check, erstes Fahrer-Briefing, Anfreunden mit dem Roadbook und all die anderen notwendigen kleinen und großen Dinge.

Dann der Prolog. Allein der Anblick des Startbereiches mit der unmittelbar hinter dem Start steil in den Wald ansteigenden, ausgewaschenen und steinigen Rinne schlug gleich voll in die Magengrube. Dort hoch? Ist mir schlecht …

Irgendwie haben wir’s aber gemeistert, obwohl die Strecke unwahrscheinlich Material mordend gewesen ist. Der YellowCruiser hat zum Glück – bis auf ein schräg stehendes Lenkrad - keine ernsthaften Schäden davon getragen. Und: kein Navigationsfehler! Sehr guter Einstieg also für unseren Rookie auf dem Beifahrersitz. Am Ende 18. Platz, Prolog eben. Wir sind zu frieden und die drei anderen deutschen Teams scheinen auch gut gestimmt zu sein.

Richtig los geht’s dann aber doch erst morgen mit der ersten “richtigen” und vor allem langen Etappe!

Getränke umladen
Anmeldung bei der ORGA
Sponsoren-Logos anbringen
Briefing
Technische Abnahme
Roadbook checken
Gleich geht’s los …
Dort hoch?!
Endlich die Zielflagge!
Was ist mit der Lenkung?
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Who let the Dogs out?!

Am späten Abend trennten uns nur noch wenige Kilometer von der Donau-Fähre in Calafat, die uns am folgenden Morgen rüber nach Bulgarien bringen sollte. Dies wollten wir uns unbedingt für den nächsten Tag aufheben und so steuerten wir einen Parkplatz zur feldmäßigen Übernachtung an. Als die Steaks auf dem Grill lagen, erschienen die ersten vierbeinigen Streuner, die im Gegensatz zu den meisten bei uns zu sehenden Hunden alles andere als einen wohlgenährten Eindruck machten. Aber sie ließen sich leicht vertreiben und so konnten wir unser spätes Abendbrot ausschließlich unter uns Zweibeinern aufteilen und bestens genießen.

Ganz anders dann im Verlaufe der Nacht - gegen 03:00 Uhr ertönte im Umkreis von mehreren Kilometern ein nicht enden wollendes Hundegebell und Geheule, dass es einem eiskalt über den Rücken lief. Das Epizentrum des Spektakels musste wohl unmittelbar in unserer Nähe sein. Einer fing an zu knurren und dies schwang sich dann zu einem Kanon hunderter Köter in Nah und Fern auf. Sobald der Lärm allmählich wieder abebbte fühlte sich irgendein Köter wieder genötigt auf sich aufmerksam zu machen - und wieder stimmten die anderen Kollegen ein. Na und so weiter und dann wieder von vorn …

Irgendwie kam trotzdem der nächste Morgen und dieser musste wegen der zu erreichenden Fähre auch noch ohne Kaffee losgehen. Das geht ja gar nicht! Der schwimmende Schrotthaufen brachte uns und unsere Fahrzeuge dann doch trockenen Fußes über die Donau nach Bulgarien und – man hatte es schon erwartet – gleich hinter der Ausfahrt wartete das Mauthäuserl und bot Vignetten feil. Da ist ja auch noch genügend Platz auf der Frontscheibe. Und das ohne Morgenkaffee! Welcome to Bulgaria!

Der mit dem Grill tanzt …
… tanzt auch mit dem Schlafsack
Da müssen wir drauf!
In die Fähr-Kombüse geschaut
Beste Stimmung an Bord
Mal wieder eine neue Vignette
Endlich Kaffee!
Abschreckung gegen Raser auf bulgarisch
Freude: Den hatte ich auch mal (Moskwitsch 2140)
Ganz viel Landschaft rechts und links
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Zeitreise

Wir fahren dann mal eben zurück ins vorletzte Jahrhundert. Oder ins letzte: die Epoche sozialistische Errungenschaften, garantiert zum Wohle des Volkes. Oder eben beides zugleich und das aber volles Programm. Rumänien. Natürlich hat man schon viel in TV und sonstwo gesehen, man ist ja schließlich nicht von gestern. Aber echt live und in Farbe - wobei diese eigentlich meist fehlt - ist das schon massiv anders und brachial.

Nachdem sich unsere Wirbelsäulen nach knapp 1.000 Kilometern (Tor-)Tour in den unverstellbaren und brettharten Rennsitzen unseres YellowCruisers in den Betten des Novotels in Szeged einigermaßen wieder gerade gebogen hatten, ging es - naja fast - pünktlich auf in Richtung Rumänien. Die gute Stimmung bei bestem Wetter währte allerdings nur drei Minuten: technische Probleme an einem der uns begleitenden, mit einem Quad und zahlreichem Service-Equipment beladenen IVECO-Transporter. Nach wenigen Minuten stand fest - Turbolader defekt. Das stundenlange Warten auf den mobilen Service verhalf uns zu einem ausgiebigen Sonnenbad und stellte unsere Zeit- und Streckenplanung für heute massiv in Frage. Erst gegen 14:00 Uhr konnten wir weiter fahren, allerdings ohne den IVECO und dessen Besatzung. Der Transporter muss wohl für einige Tage stehen bleiben. Schneller Service und europaweite Ersatzteilversorgung im Zeitalter von GPS, global Logistics und wie die tollen Versprechungen der Autohersteller so heißen - kannste vergessen.

Schnell erreichten wir dann Rumänien. Und - wer konnte daran zweifeln - die nächste Vignetten-Verkaufsstation. Same procedure as last border crossing? Same procedure as every border crossing! Aber das Thema hatten wir ja schon gestern. Rumänien eben, Land des Grafen Dracula, des ehemaligen Diktators Ceausescu und des Dacia. Und der schlechten Straßen - sagte man uns. Stimmt nicht, das einzige was hier ziemlich in Ordnung schien waren die Landstraßen. 90% waren neu und besser als die, die man derzeit in Deutschland unter die Räder bekommt. Sponsored by EU. Aber was man auf und neben den Straßen sehen konnte erinnerte eher an mittelalterliche und zugleich sowjetkommunistische Epochen. Gut, dass wir neue Bremsen am YellowCruiser haben. Man weiß nie, wann der nächste Eselkarren oder andere schleichende “Fahrzeuge” unbeleuchtet hinter einer schnell durchfahrenen Kurve auftauchen. Der gute Straßenausbau scheint hier zum natürlichen Feind der Landbevölkerung zu werden. Und für die unzähligen Straßenköter, die hier überall herum laufen. Wieso fällt mir eigentlich bei deren Anblick auf, dass es hier offensichtlich keine China-Restaurants gibt? Ob mal jemand die Straßenköterpopulation ins Verhältnis zur China-Imbiss-Dichte gesetzt hat …

Fortsetzung folgt.

Warten auf IVECO Service …
… und gute Gelegenheit zum Bloggen
“Große Problem.Telefonieren Chef.”
Und noch eine Vignette!
Sozialistische Errungenschaften (?) fürs Volk …
… aber auch grasser Reichtum einiger
Lecker Melonen und mehr am Straßenrand
Rumänischer YellowCruiser
Reifendienst a la Romania
Villa Romania
Ansichten in Timisoara …
… und auf dem Land
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Wegelagerer!

Die ersten 900 Kilometer von Leipzig in Richtung Balkan sind geschafft! Keine besonderen Vorkommnisse, wenn man von der Wegelagerei – sprich Autobahnmaut oder auch Straßenbenutzungsgebühr – und die damit verbundenen Hürden und Erlebnisse auf dem Weg durch die Tschechische und Slowakische Republik und Ungarn mal absieht. Gegen Mitternacht hat unser kleiner Rallye-Tross die Stadt Szeged in Ungarn erreicht, bis zur rumänischen Grenze sind nur noch wenige Kilometer. Die Durchquerung Rumäniens wollen wir uns nicht unbedingt nachts antun.

Aber zurück zur Wegelagerei. Zwar freut man sich über die fast unbegrenzte Reise(pass)freiheit im jetzt auch nach Osten vergrößerten Europa, aber die national- und kleinstaatlichen Geldeintreiber von Finanzminister’s Gnaden haben überall offensichtlich die Gunst der Stunde genutzt und die ehemaligen Grenzübergangsstellen zu – bedauerlicherweise nicht funktionierenden - Vignettenverkaufsstellen umgebaut. Hier darf man sich geduldig auf die Suche nach dem richtigen Schalter und der richtigen Vignette für sein Fahrzeug machen. Vorher muss man aber erst mal auf den von hunderten LKW’s aus aller Herren Länder völlig überfüllten Parkplätzen irgendwo einen Abstellplatz suchen, den man dann nach eventuell erfolgreicher Suche nach besagter Vignette, ohne einen polnischen oder ukrainischen Trucker aus seinem wohlverdienten Schlaf wecken zu müssen wieder verlassen kann. Und man schließt die eine oder andere mehr oder weniger nette oder gänzlich überflüssige Bekanntschaft – mit anderen Umherirrenden und mit Schalterbeamten, deren Motivation offensichtlich niedriger ist als die einer deutschen Biomülltonne. Ich: “Vignette for Passenger car PLEASE!” Beim lila Fingernägel Schneiden gestörte Blondine: “Next desk!”. “Äh’ sorry, next desk is closed.” “Yes I know. It’s not my problem.” Freundlicher Truckerfahrer: “There is another vignette shop in 200m walking distance”. An dem ist ein Schild: “Closed”. Da kommt Freude auf! Also gefühlte 100km weiter fahren bis zur nächsten Tanke, ängstlicher Dauerblick in den Rückspiegel – wer entdeckt die blauen Rundumleuchten zu erst …

Einen großen Vorteil hat die Sache irgendwie schon, man ärgert sich jetzt nicht mehr darüber dass man bezahlen muss; Frust entsteht weil man nicht bezahlen kann nachdem man die Sache an sich doch irgendwie - gezwungenermaßen - akzeptiert hat.

Und dann kam noch das Ding mit der Box. Die zwei Transporter in unserem kleinen Konvoi gelten als LKW und müssen in Tschechien eine Maut-Box haben – die könnte auch als kleine Tupperdose durchgehen. Allerdings hat die Tupperdose vier Tasten, auf denen man die Anzahl der Achsen (einschließlich Anhänger) einstellen muss. Das haben uns dann die zwei netten Herren in Uniform erklärt, die uns zwischen Prag und Brno mit Blaulicht um einen kleinen Zwischenaufenthalt mit Strafzahlung gebeten haben …

Wir haben in Europa zwar den Krümmungsradius von Gurken und anderes überflüssige Zeugs bis ins sinnlose Detail geregelt, aber in Punkto Vignette fühlt man sich einige hundert Jahre zurück versetzt, als jeder Burgherr seine eigenen Regeln aufgestellt hat. Nur kamen die Geldeintreiber damals dynamisch und stolz auf dem Pferd daher geritten (hört und liest man so) - heute sitzen Sie faul und träge in einer Bude und sehen einen beim Bezahlen nicht einmal an. Und ehe man den Tank leer gefahren hat, hat man schon fast ein halbes Dutzend Vignetten an der Backe - äh’ an der Scheibe.

Irgendwie freue ich mich jetzt auf Rumänien - und die nächste nette Vignette

Fortsetzung folgt.

Früher Passkontrolle …
… heute Zahlstation
Anstellen und nicht viel fragen!
Leipziger Rallye Konvoi
Gentlemen bitten zur (Straf-)Kasse
Robert macht’s Licht
Zeig mir Deine Vignettensammlung!
Autobahnromantik
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Airforce connection

Nur noch zwei Wochen bis zur Abfahrt in Richtung Balkan. Nur noch zwei Wochen um letzte Ein-, An- bzw. Umbauten am YellowCruiser vorzunehmen und um die letzten Besorgungen zu machen. Nachdem wir letztes Wochenende noch einmal einen kurzen Exkurs im nahe gelegenen Tagebau zum finalen Fahrwerk- Check unternommen hatten, geht es jetzt in den letzten Tagen eher um die kleineren Details. Wer besorgt was, was kommt in welche Kiste oder wo und wie wird’s im Fahrzeug fest gemacht. Das Thema Listen hatte ich ja erst im letzten Beitrag behandelt - selbstverständlich gibt es auch für die kleinen und großen mitzunehmenden Dinge wie Kopfschmerztabletten, Toilettenpapier, Zelt, Ersatzzündschlüssel und Wörterbuch eine umfangreiche Liste. Und die fängt mit ADAC-Mitgliedausweis an und hört bei Zeltplane auf. Dazwischen gibt es ca. 90 Einträge, dies aber alles ohne Ersatzteile und Werkzeug usw., denn dafür gibt es ja eine andere Liste …

Für den Balkan Offroad Marathon wird mich übrigens als “Gast-” Navigator Hans-Peter Wohlfahrt aus Leipzig unterstützen, der sich bisher u.a. auch bestens mit der Steuerung und Navigation von Heißluft-Ballonen auskennt. Da oben im Ballon hat man ja meist einen ganz guten Überblick - vielleicht schicken wir während der Rallye mal eben zum schnelleren Finden der CP’s als Luftunterstützung einen Spionage-Ballon voraus ;-)

Fortsetzung folgt.

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Schlachtfest

Bei einem meiner Lieblingsautoren hab’ ich mal gelesen, dass Männer andauernd irgendwelche Listen mit sich herum schleppen - ob nun im Kopf, auf Papier oder im Handy. Während es dem Buchautor eher um die Rangliste etwaiger in Frage kommender Autos oder gar potenzieller Kandidaten des weiblichen Geschlechts ging, gebe ich zu dass mein BlackBerry einige kontinuierlich gepflegte Listen für allfällige Bau- oder Elektronikmarkteinkäufe aber auch über unbedingt anschaffenswerte CD- oder Buchtitel verwaltet. Eine weitere Liste befand sich über die letzten Monate im Aufbau, allerdings noch eher im Kopf: die Rallye-Ersatzteil-Liste. Also alles was man so für diverse kleine oder große Eventualitäten draußen in der Prärie unbedingt braucht. Um die Kiste im Fall der Fälle wieder flott zu bekommen.

Aber was gehört auf diese Liste und wie verteilen sich Prioritäten? Abgesehen von astronomischen Preisen, die der freundliche Toyota-Händler im Allgemeinen für diverse Originalteile aufruft, stehen ja auch keine unbegrenzten Lager- und Transportkapazitäten, vor allem im Rahmen einer weiter entfernten Rallye zur Verfügung. Und meist ist es ja auch gerade das eine winzige und nur wenige Cent kostende Teil, das am Weiterfahren hindert. Naja, stimmt nicht ganz - denn bei den Rally-Raid typischen Belastungen einschließlich der dabei verursachten Geräusche an die ich mich so erinnere, sind sicher vor allem Fahrwerksteile am meisten gefährdet. Zum Glück lässt der bei den meisten Rennen zu tragende Helm jedoch die schlimmem Geräusche gar nicht erst ans Ohr …

Zurück zur Liste. Fragt man die üblichen “Experten”, erhält man solch hilfreiche Antworten wie: “An einem Toyota Landcruiser geht nix kaputt.”, oder: “Am besten Du kaufst Dir einen zweiten Landcruiser und dann hast Du sowieso alle Teile dabei.”. Na danke schön, noch besser waren auch Kommentare wie “Kauf Dir lieber ä Dschieh (meint: kauf Dir lieber ein Mercedes G-Modell) …”. Klasse, damit kommt man natürlich weiter!

Glücklicherweise hat vor einigen Wochen Robert meinen Weg gekreuzt - oder ich seinen - und es sieht so aus als ob er schon einige Landcruiser und das Rallye-Geschäft nicht nur aus der Ferne gesehen hat. Mit seiner fachmännischen Hilfe hat sich jetzt jedenfalls allmählich eine Liste und mit der Zeit ein erster kleiner Teile-Vorrat entwickelt. Leider sind die Landcruiser doch ziemlich exotisch am deutschen Markt, so dass es kaum einen Ersatzteilmarkt jenseits des “Freundlichen” gibt. Zum Glück hatte ein Kfz-Verwerter in unserer Nähe ein relativ junges Modell nach einem Unfall zum Schlachten und ich konnte hier einige Teile erstehen. Was für ein (Schlacht-)Fest! Auch auf Ebay waren einige wenige gebrauchte Teile verfügbar, so dass sich inzwischen einige Teile wie Querlenker, Spurstangen, Kühler, Lichtmaschine, Kardanwelle usw. angesammelt haben. Zwar alles gebraucht, aber mit signifikant weniger Budget-Verbrauch als entsprechende Neuteile. Damit ist die Liste zwar noch nicht abgearbeitet, aber immerhin ist ein Anfang gemacht. Und der Besuch beim Autoverwerter mit unzähligen Autowracks aller Marken und den riesigen Regalen mit zum Teil heftig oxidierten Teilen ist allemal ein Erlebnis und erinnert immer irgendwie an früh-jugendliche Schrottplatz-Romantik oder an die inzwischen zur Kultfamilie avancierten und bei der diesjährigen Dresden-Breslau-Rallye zum Race-Team qualifizierten Ludolfs …

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Balkan Mucke

Planungen sind doch nur dazu da, um sie irgendwann wieder über den Haufen zu werfen. Hauptsache man hat dafür einen guten Grund. Und den haben wir. Nachdem sich die Kommunikation mit der Orga der SilkWay Rally leider ausschließlich einseitig gestaltet und darüber hinaus die Anforderungen an das Budget und die Leidensfähigkeit potenzieller Teilnehmer nicht nur aus unserer Sicht unannehmbar hoch sind, haben wir das Thema SilkWay für uns abgehakt. Schade, aber möglicherweise will man im Buddelkasten dieser Liga unbedingt unter sich bleiben und Teams ohne Millionenbudget sollen gefälligst woanders spielen.

Na wenn’s denn so sein soll - aber nicht dass hier der Eindruck entsteht, die gewählte Alternative ist damit nur zweite Wahl. Im Gegenteil, fast zur selben Zeit findet ebenfalls im (Süd-)Osten eine echte Amateur-Rallye statt! Mit Teams und Leuten die wir bereits von der Baja-Saxonia kennen und mit Budget-Anforderungen die uns nur bis an den Rand des Ruins bringen und nicht noch weiter. Und vor allem wird garantiert der Spaß dabei nicht zu kurz kommen. Konkret: Balkan-Offroad-Marathon heißt die Mucke über eine Gesamtdistanz von fast 2.000 Kilometer von Plovdiv (Bulgarien) durch Mazedonien bis nach Ioannina (Griechenland).

Ein interessanter Nebeneffekt hierbei ist, dass sich dafür nach ersten Gerüchten einige Teams aus Deutschland zusammenschließen wollen - positiv nicht nur hinsichtlich Logistik und gegenseitiger Unterstützung im Bedarfsfall. Apropos Logistik - wir planen die Anreise nach Plovidiv auf eigener Achse im YellowCruiser, da ein Transport auf dem Trailer hinter unserem Rallye-Bus über diese Distanz erstens ziemlich anstrengend wäre und zweitens durch die aufgrund des Gesamtgewichtes anfallende Maut signifikante Zusatzkosten anfallen würden. Also gut 1.900 km on-road von DE über CZ, HU, RO nach BG - sicher auch eine interessante Er-Fahrung! Die Rücktour wird möglicherweise entspannend: per Fähre von Griechenland bis Venedig und dann noch kurz über den Brenner cruisen - man gönnt sich ja sonst nichts.

Aber was wird, wenn wir einen technischen Schaden erleiden, den wir unterwegs mit Bordmitteln oder mit Hilfe des uns begleitenden Service-Teams nicht reparieren können? Hm, wozu zahlt man denn eigentlich jedes Jahr für seine ADAC Plus Mitgliedschaft …

Eine nicht unwesentliche Änderung für den Balkan-Offroad-Marathon wird sich auch im Cockpit des YellowCruisers ergeben - aber dazu später mehr.

Fortsetzung folgt …

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Wohl nicht ganz dicht!

“Motorsport-Zelt” hieß das viel versprechende Angebot im Online-Shop und im Kleingedruckten war unter anderem von “wetterfest” die Rede und es wurde aber vor Sturm, Hagel und Gewitter gewarnt. Das ist gut nachvollziehbar bei einem großen Zelt, dessen Dach und Seitenteile zusammen vielleicht eine größere Gesamtfläche als das Segel einer kleinen Yacht im Ernstfall gegen den Wind stemmen müssen. Große Freude kam auf, als es das Zelt dann auch noch in gelber Farbe gab! Na wenn das nicht ideal zum “Corporate Design” von 4×4-Rally.com passt! Bestellt, bezahlt und geliefert innerhalb kürzester Zeit - und das gelbe Zelt gehört seit dem zur Team-Ausrüstung und sollte sich zur Baja Saxonia erstmals bewähren.

Sturm, Hagel und Gewitter hatten wir glücklicherweise nicht zur Baja Saxonia. Dafür massenhaft Wasser von oben. Gut, dass wir das Zelt über und um Tisch und Stühle, Getränke, Proviant, Ersatzteile und Werkzeug aufgebaut hatten! So denkt man doch, wenn man ein “wetterfestes Motorsport-Zelt” hat, oder? Und dann freuten wir uns nach einer langen Rallye-Etappe durch Regen, Schlamm und Kälte am Abend auf ein gemeinsames Abendessen und Bier im Team und vor allem im Trockenen. Dafür hatten wir ja extra ein großes Zelt angeschafft.

Doch es kommt ja meist anders als man denkt - alles war nass im Zelt! Überall tropfte es durch das Zeltdach, in jedem Campingstuhl hatte sich mindesten ein Liter Regenwasser angesammelt! Wieso nur haben wir annehmen können, dass ein “wetterfestes” Zelt überhaupt Schutz vor Regen bietet? Zitronenfalter falten schließlich für gewöhnlich auch keine Zitronen und Handschuhe habe ich im so genannten Fach auch noch in keinem Auto gesehen.

Die anschließende Reklamation beim Lieferanten brachte dann eine erstaunlich interessante Antwort zu Tage: “… zu Ihrer Reklamation, dass das Zelt nicht wasserdicht ist, muss ich Ihnen leider mitteilen, dass das auch nicht in unserer Beschreibung steht. Das Zelt ist wetterfest und kann durch Aufbringen einer zusätzlichen Imprägnieremulsion wasserdicht gemacht werden.”

Die sind wohl nicht ganz dicht! Aber möglicherweise ist die Formulierung “wetterfest” irgendwie Juristendeutsch und beim Nachschlagen auf diversen Webseiten findet sich im Zusammenhang mit verschiedenen Produkten der Hinweis, dass “wetterfest” dort wohl tatsächlich nur so viel bedeutet wie “das Produkt geht im Regen nicht kaputt”. Mit Schutz vor Regen scheint “wetterfest” überhaupt nichts zu tun zu haben. Dumm gelaufen!

Naja, immerhin hat der Lieferant das Zelt nach einigem Hin und Her zurück genommen. Vielleicht war die Bezeichnung “wetterfest” für unsere gelbe Tropfsteinhöhle dann doch etwas übertrieben und vielleicht auch letztendlich rechtlich wohl nicht ganz “wasserdicht” …

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Baja Saxonia: Nachlese

Viel zu kalt, viel zu nass, viel zu kurz, viele Eindrücke, viele gute Gespräche, viele nette Leute, viele Fotos, viele neue Ideen. So können wir unser Fazit der Baja Saxonia ziehen. Einfach ein super Event, gut organisiert und für uns eine interessante Mischung aus Fahrzeugen und Teams verschiedenster Leistungsklassen. Erfreulich war das Feedback was wir während der Baja nicht nur von einigen Lesern dieses Blogs erhielten. Und auch das Wiedersehen mit einigen alten Bekannten hat uns sehr gefreut.

Und doch gibt es offensichtlich auch Leute, denen unser Tun nicht zu gefallen scheint: gestern erreichte mich eine etwas fragwürdige Email, unter anderem mit der Frage, ob wir das Rennen nicht mit einer Roadbook-Tour verwechselt hätten. Sind wir jemanden auf die Schnürsenkel getreten - oder besser: gefahren? Das wäre schade. Ich bin aber ziemlich sicher, dass die vielen Teilnehmer der Baja Saxonia - egal ob sie vor oder hinter uns ins Ziel gekommen sind oder aufgrund irgendwelcher Probleme ärgerlicherweise aufgeben mussten - ganz sicher nicht von einer Roadbook-Tour sprechen würden. Auch spricht unsere Platzierung nicht unbedingt dafür. Schade nur, dass der Email-Schreiber während der letzten Tage nicht eine Minute Zeit hatte, die Antwort auf diese Frage oder sein eigentliches Problem mit uns beim Bier auszudiskutieren.

Zum Glück hatten wir aber Zeit und Gelegenheit noch einige Fotos im Fahrerlager zu machen:

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Praktischer Rallye-Bus mit Bar
Freiluft-Garderobe
Überall ist Schlamm
Rundum wird geschraubt und geschweißt
Startlisten und Zeiten am Orga-Zelt
Zelt für guten Überblick
MT Rally Chef trifft DAKTEC Chef
YellowCruiser Service
Huckepack zweifach
Die Party ist vorbei
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Baja Saxonia: 35. Platz!

Geschafft! Nach zwei Wertungsprüfungen sind wir ohne größere technische Schäden durchs Ziel der 3. Baja Saxonia gerollt!

Die erste Etappe fing am Freitag sehr viel versprechend an, zwar war es ungewöhnlich kalt für Mitte Mai aber zum Glück hielt sich der Regen (noch) zurück. Die Strecke war somit gut fahrbar und bestand aus schnellen zu fahrenden Wegen und Schotterpisten aber auch aus sandigen und sehr welligen, steinigen und garantiert Material mordenden Abschnitten. Kein Grund zur Klage, dies hatten wir irgendwie erwartet. Da im Gegensatz zum Prolog vor uns doch schon einige Fahrzeuge mehr gestartet waren, war die Navigation nicht zu kompliziert. Die vielen vor uns fahrenden Fahrzeuge hatten eindeutige Spuren auf der Piste hinterlassen und das Roadbook diente zunehmend zur Bestätigung und zur Vorbereitung auf unerwartete Abbiegungen oder andere Überraschungen. Allmählich begann es dann jedoch zu Regnen und die Strecke wurde zunehmend rutschiger. Erste Teams kamen nicht mehr durch den Schlamm, LKWs blieben an Steigungen stecken.

An einer Steigung, kurz nach dem Beginn unserer dritten ca. 20 km-Runde, kam es dann unmittelbar vor uns zu einem folgenschweren Unfall. Ein verletzter  Teilnehmer, der wohl von einem LKW übersehen und angefahren wurde, musste leider mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden. Eine ziemlich bedrückende Situation für uns, keiner wusste genau was wirklich passiert war und wie ernst die Situation für den Verletzten war. Den Gesichtern der sehr schnell an der Unfallstelle eintreffenden Ärzten und Orga-Leute konnte man aber deutlich den wohl bestehenden Ernst der Lage ansehen. Erinnerungen an Berichte von der DAKAR mit Toten oder schwer Verletzten kamen auf und die Befürchtung, dass sich hier etwas Ähnliches abgespielt haben könnte. Natürlich mit allen Konsequenzen für das hiesige Event aber auch für den Offroad-Motorsport insgesamt. Etwas schockiert waren wir dann jedoch, als der unmittelbar neben uns landende und bald darauf wieder mit dem Verletzten abhebende Rettungshubschrauber von einigen Teilnehmern offensichtlich als interessanten Foto- oder Video-Motiv entdeckt wurde. In Folge des Unfalls und möglicherweise auch in Anbetracht des Wetters und dessen Auswirkungen auf die Befahrbarkeit bzw. Gefährlichkeit der Strecke ließ die Orga aber dann die Etappe abbrechen. Glücklicherweise wurden wir am späten Abend beim Fahrerbriefing informiert, dass der Verletzte außer Lebensgefahr sei und dass das Rennen am nächsten Tag - mit einigen Streckenänderungen in Anbetracht des Regens - weiter gehen wird.

Trotzdem entschieden einige Teams am nächsten Tag nicht zu starten. Diese Entscheidungen aber auch einige explizite Hinweise der Orga auf sehr glatte Streckenabschnitte brachten uns am späten Abend schon etwas zum Grübeln. Aber jetzt aufgeben? Nein, dafür waren wir nicht hier. Die Zahl derer, die am nächsten Tag starten wollten, war deutlich größer als die Zahl der Abbrecher und damit war unsere Entscheidung klar - wir starten zur zweiten Etappe! Unser Platz nach der ersten Etappe war übrigens Nr. 49. Und damit waren wir mehr als zufrieden.

Nach einer weiteren sehr kalten und lauten Nacht im Fahrerlager reihten wir uns gegen Samstagmittag in die Reihe der Starter zur zweiten Etappe ein. Die ersten drei Runden der Strecke, die nicht weniger anspruchsvoll war als die des Vortages, waren schnell und ohne Probleme gefahren. Die tiefer und tiefer zerwühlten und nicht großräumig umfahrbaren Schlammabschnitte in zwei Waldpassagen aber auch auf einer riesigen sumpfartigen Wiese machten uns jedoch zunehmend Angst, dass wir uns garantiert irgendwann hier fest fahren würden. Gleichzeitig wurde aber unser Kampfgeist wach. Und mit jeder dann doch erfolgreichen Vollgas-Durchquerung dieser Abschnitte unter Einsatz beider Sperren wuchs unser Respekt vor der Kraft und Traktion, die unser YellowCruiser in unaufhörlichen Vortrieb umsetzte.

Im Verlaufe der fünften Runde schien mit dem plötzlichen Aufleuchten einer roten Warnleuchte der kraftvolle Vortrieb doch noch unverhofft enden zu wollen. Schrecklich! Die Warnleuchte signalisierte eine überhöhte Temperatur des Automatik-Öls und ich befürchtete Schlimmes für die verbleibenden Kilometer. Letztlich forderte die Warnleuchte zum Glück aber nur eine deutliche Entlastung und Abkühlung des Getriebes, was wir auf den langen und geraden Streckenabschnitten realisierten konnten, indem wir unser Triebwerk nicht zu stark forderten und eher mit wenig Druck aufs Gaspedal eine einigermaßen erzielbar hohe Geschwindigkeit zur Kühlung des Aggregates wählten. Dieses Problem beschäftigte uns kontinuierlich bis zum Schluss der Etappe, die damit allerdings dann wie im Fluge verging. Ziemlich abgekämpft aber dennoch hocherfreut rollten wir dann nach sechs Runden und einer Fahrzeit von ca. 4,5 Stunden ohne technische Probleme durchs Ziel. Aus dem 41. Platz für die zweite Etappe entwickelte sich dann in der Gesamtwertung insgesamt der 35. Platz, was uns schon etwas stolz machte. Immerhin haben wir damit mehr als 60 Teams hinter uns gelassen, darunter garantiert Teams mit deutlich mehr Rallye-Erfahrung und teilweise technisch weit überlegenen Fahrzeugen.

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Zweikampf
Unimog im Tiefsand
YellowCruiser …
… mit Schlammkruste
schneller Waldtransporter

Am CP
Freude am Ziel
Autowäsche am Tagebau
Abendessen und Abschied
Siegerehrung
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Baja Saxonia: Prolog

„Prolog“, laut Wikipedia: … (griechisch πρόλογος /prólogos/ „das Vor-Wort, die Vor-Rede“) bedeutet so viel wie „Vorwort“. … Ein Prolog ist eine Einleitung, Vorrede oder auch ein Vorwort. Im Drama dient diese Vorrede der Erläuterung des Sinnes des Stücks …

Drama? Also bis jetzt nicht und hoffentlich wird dieses Stück auch nicht dramatisch. Ganz im Gegenteil. Die Stimmung am zweiten Tag im Baja Saxonia Fahrerlager und in unserem Team ist bestens, unter anderem auch aufgrund der Tatsache, dass sich die seit zwei Tagen über uns drohenden dunklen Wolken bisher noch nicht entleert haben. Und hoffentlich bleibt das so!

Eine Rallye gewinnt man nicht im Prolog. Hatte man uns gesagt. Wir haben aber trotzdem gewonnen: jede Menge neue und wichtige Erfahrungen, handfestes Vertrauen in unseren YellowCruiser, Erkenntnisse über den Willen (einiger ganz „harter“ Typen) eine Rallye unbedingt und ohne Rücksicht auf irgendetwas gewinnen zu wollen und nicht zuletzt auch einige neue Freunde. Was will man mehr bei einem Rallye-Debüt?

Da wir beim Prolog – aufgrund unserer zeitigen Anmeldung für die Baja Saxonia – als zehntes Fahrzeug starten durften, mussten wir schnell lernen mit einigen ganz speziellen Herausforderungen umzugehen. Waren auf der einen Seite an manch komplizierter Wegegabelung noch keine ausgefahrenen und die Navigation etwas erleichternde Spuren zu sehen, hatte ich mit einem Auge wachsam den Rückspiegel zu beobachten. Ich musste Ausschau halten nach heran fliegenden Rallye-Boliden, die sich zwar später angemeldet hatten aber 120%ig auf Sieg fuhren. Und aus zutiefst eigennützigem Interesse an unser beider Leben und Gesundheit wollten wir diese entweder sehr erfahrenen oder kopflosen Kollegen natürlich an uns vorbei lassen. Aber damit nicht genug. Das Platzmachen kostete wertvolle Sekunden. Schlimmer noch aber war das was sich danach abspielte: aufgrund der sich nach dem Überholvorgang vor uns aufbauenden undurchsichtigen und nicht wieder weichen wollenden Staubfahne, der wir aufgrund der Streckenführung aber auch nicht ausweichen konnten, mussten wir unsere Geschwindigkeit mehrmals fast bis auf Null reduzieren.

Trotzdem haben wir insgesamt eine ganz gute Linie gefunden und sind letztlich auf Platz 77 von fast 120  Startern gelandet. Nicht das schlechteste Ergebnis für einen Rallye-Auftakt – sagen wir uns.

Und wie gesagt, eine Rallye gewinnt man nicht im Prolog.

Fortsetzung folgt!

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Navigator-Job: Roadbook auswendig lernen
Sammeln vor dem Start
Gleich geht’s los!
Geschafft! Fahrzeuge warten auf Service-Check
Check-Liste: keine Schäden am YellowCruiser!
Mach mal die Masse, Volker!
Rallye Candle Light Dinner
Rallye Junior bei Drift-Übungen im Camp
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Fahnenappell

06:30 Uhr war die Nacht das zweite Mal zu ende. Das erste Mal muss irgendwann gegen 04:00 Uhr gewesen sein, als sich die gefühlten Null Grad allmählich aber doch zielstrebig durch den Schlafsack durchgearbeitet hatten. Gepaart mit dem lebensgefährlichen Sägegeräusch aus dem Nachbarzelt (ich werde dem Kollegen mal eine Nacht zur medizinischen Beobachtung im Schlaflabor nahe legen …) wirkte diese Mischung heftig erwachend. Also raus aus dem Zelt zum Fahnenappell oder so ähnlich – nur außer uns war noch keiner wach …

Angefangen hatte die Nacht so gegen 03:00 Uhr, nachdem die Stromgeneratoren der Servicefahrzeuge und die fröhlichen Menschen nebenan dann so langsam verstummt sind. Der lautstark erzeugte Strom wurde aber am Aufbautag - oder besser in der Aufbaunacht - des Camps nicht etwa für echte Rallye-Services benötigt, sondern für Zwecke der Bierkühlung und für bunte Partybeleuchtung am Daktec Servicetruck. Hier herrschen das Team von Matthias Krüger und garantiert allzeit gute Stimmung!

Wir haben also überlebt! Die erste kalte Nacht im Fahrerlager der Baja Saxonia 2010, das ist doch schon mal was. Nachdem wir gestern unseren YellowCruiser das erste Mal auf dem Trailer und am Rallye-Bus hängen hatten, sind wir mit der gesamten Fuhre gut im Camp gelandet. Damit hat der Rallye-Bus seine eigentliche Feuertaufe gut bestanden!

Anmeldung, Zeltaufbau, Sponsorenaufkleberanbringen, technische Abnahme gingen dann bis zum Einbruch der Dunkelheit schnell voran. Zeit zum schlaue Sprüche machen war da noch nicht. Aber mit Einbruch der Dunkelheit und der verteilten Menge entsprechender Getränke wurde dann der „gesellige“ Teil des Abends eingeläutet. Und man konnte wieder beobachten, wie sich Lautstärke und inhaltlicher Anspruch diverser Kommunikation umgekehrt proportional verhalten, wobei Zeit und die erste Ableitung des Getränkekonsums mindestens quadratisch in diese Formel eingehen.

Beim Frühstück waren wir außer dem ORGA-Team die ersten Kaffeetrinker von 344 Teams! Wieso wird dies eigentlich nicht im Rallye-Reglement bewertet? Hier hätten wir eine gute Chance etwas Zeit gut zu machen …

Jetzt müssen wir erst einmal das Roadbook studieren und uns mental auf den Prolog einstimmen.

Fortsetzung folgt!

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Rallye-Zug
Die Auswilderung des YellowCruisers beginnt
DAKTEC Rallye-Rummel-Service-Truck
Spielzeugladen für Männer
Volker kann sich nicht entscheiden
Oldie but Goldie
Großes Schiff mit Beiboot
Tri-tra-trullala; drei Trucks aus Holland sind da
Im Rallye-Camp …
… ist viel Betrieb
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Kisten packen …

Der Countdown läuft - nur noch weniger als 72 Stunden bis zum Start der Baja Saxonia (www.baja-saxonia.de)!

Jetzt heißt es Kisten packen: Zelt, Schlafsack, Isomatte, (warme…) Klamotten, Werkzeug, diverse Ersatzteile, Arbeitskombi, Taschen-, Stirn- und Zeltlampen, allemöglichen Ladegeräte und Netzteile für Notebook und Kamera, etwas Marschverpflegung und so weiter und so weiter. Garantiert fehlt am Ende irgendetwas, was dringend gebraucht wird.

Auf Anraten einiger “alter Baja-Hasen” haben wir uns noch einen neuen Kompass zugelegt und uns am Wochenende mit trigonometrischen Funktionen, Marschrichtungszahlen und ähnlichen Spielchen der Navigation mit Karte und Kompass befasst, die irgendwie an ganz lange vergangene Zeiten zwischen GST und NVA erinnert haben. Apropos Karte - im Gegensatz zur militär-sozialistischen Vergangenheit haben wir ja jetzt zum Glück solche glorreichen Segnungen wie digitale Satellitenkarten, die man sich einschließlich der aktuellen GPS-Position bei Gelegenheit oder im Notfall auch bei Orientierungsverlust im Fahrzeug auf den Blackberry downloaden kann. Vorausgesetzt man hat ausreichend guten Mobilfunkempfang. Aber lieber einige Sekunden für eine gute Standortermittlung einschließlich Kartendownload investieren, als Minuten oder gar Stunden während einer Irrfahrt durch den Tagebau verlieren. Nun ja, wir werden sehen …

Starken Rückenwind für unser Unterfangen gibt uns dabei auch die in der letzten Woche erhaltene Zusage der Sparkasse Leipzig, die uns in diesem Jahr als weiterer Partner und Sponsor unterstützen wird. In einer Zeit in der fast alle über Krise, Staats- und Bankenpleiten reden ist das mehr als eine gute Nachricht!

Ach so, da war noch das Thema Finanzamt und Kfz-Steuer aus dem letzten Beitrag offen: die Vorstellung unseres Rallye-Busses - der zumindest zulassungstechnisch ein LKW ist - beim Finanzamt vor einigen Tagen hat ergeben, dass der LKW auch als LKW versteuert wird. Da freut man sich doch, wenn das eine Amt an das glaubt, was das andere Amt schriftlich festgelegt hat. Dies soll ja nicht immer so ein. Und ich staune, worüber man sich eben so freut in diesen Zeiten.

Aber am meisten freuen wir uns auf das kommende Wochenende und dass es dann bei der Baja Saxonia ordentlich rund geht im Tagebau!

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Grüße vom Amt

Vor wenigen Wochen hatte ich hier über unseren neuen gebrauchten Rallye-Bus berichtet. Inzwischen hat er uns nicht nur als Lastenesel für unseren AMI Messestand gute Dienste erwiesen. Ganz LKW eben, so wie es in der Zulassung steht. Mit dem Nachteil, dass man sich am Sonntag nicht mit einem Anhänger erwischen lassen darf, denn dann unterliegt man in Deutschland dem Wochenendfahrverbot für LKW und in der Feriensaison zusätzlich noch der Ferienreiseverordnung. Als kleine “Entschädigung” wird ein als LKW zugelassenes Fahrzeug dafür jedoch nicht nach Hubraum sondern nach Gewicht versteuert, was in der Regel etwas günstiger ist.

Inzwischen hat uns das verantwortliche Landratsamt auch freundlicherweise die beantragte Ausnahmegenehmigung zum Wochenendfahrverbot - exklusiv für den Transport unseres YellowCruisers am Wochenende - erteilt. Exklusiv heißt in diesem Zusammenhang, etwas anderes darf sonntags nicht auf dem Hänger sein - kein anderes Fahrzeug, kein Pferd, kein Boot und auch kein Klavier. Wir dürften nicht einmal einem gestrandeten Offroad-Kollegen helfen und aufladen - also bitte nicht am Sonntag in der Prärie liegen bleiben!

Mit einer Gebühr in Höhe von 20,40 EUR war die Ausnahmegenehmigung hinsichtlich der Kosten noch ganz akzeptabel. Und damit dachte ich, der Behördenkram ist erst einmal erledigt.

Diese Rechnung hatte ich aber ohne das einfallsreiche Finanzamt gemacht. In einem amtlichen Schreiben teilt man dem staunenden und Kraftfahrzeugsteuer-zahlenden Bürger mit, dass sich das Finanzamt hinsichtlich der zu entrichtenden Kfz-Steuer nicht an die LKW Einstufung in der Zulassung halten muss:
“… Die Entscheidung, ob das Fahrzeug als ‘LKW’ nach dem zulässigen Gesamtgewicht (§8 Nr. 2 KraftStG) oder als ‘PKW’ nach dem Hubraum (§8 Nr. 1 KraftStG) zu versteuern ist, richtet sich nach der objektiven Beschaffenheit des Fahrzeuges (Bauart, Einrichtung, Erscheinungsbild) … Gemäß §6 KraftStDv ist das Finanzamt berechtigt, sich zur Aufklärung von Zweifel oder Unstimmigkeiten das Fahrzeug vorführen und den Fahrzeugbrief vorlegen zu lassen …”.

Wie bitte? In der Zulassung steht ‘LKW’ und hinsichtlich der Fahrverbote und anderer Einschränkungen wird das Fahrzeug als LKW behandelt. Hinsichtlich der Steuer ist das Finanzamt jedoch berechtigt, das Fahrzeug nach eigenem Ermessen als teueren PKW zu versteuern? Da bleibt einem glatt die Spucke weg! Hört sich ganz nach der Summe aller Nachteile an, und der Finanzbeamte hat wieder einmal das letzte Wort.

Was heißt eigentlich “Bauart, Einrichtung” und vor allem “Erscheinungsbild”? Früher durfte ich sonntags von Zeit zu Zeit meinen dann hoffentlich aufgeräumten Schulranzen beim Familienhäuptling vorstellen, darf ich jetzt regelmäßig zum Finanzamt ganz nach dem Motto “schaut her, ordentlich gewaschen und vollgetankt”? Aber hallo! Nun denn, auch nach dem zweiten oder dritten Lesen des Briefes stellt sich die Situation unverändert dar - also auf geht’s zum Finanzamt …

Fortsetzung folgt!

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Go Russia!

Silk Way Rally 2010

Die Transsyberia 2010 lässt auf sich warten. Nichts als Ankündigungen, Verzögerungen aber keine wirklichen Informationen vom Veranstalter. Nicht mal darüber, dass sie doch nicht stattfindet - warum auch immer. Seit Monaten ist die Webseite unverändert, das veröffentlichte technische Reglement erweckt immer noch den Eindruck dass hier eine Rallye geplant ist. Inzwischen läuft die Zeit weg, der Sommer steht fast vor der Tür.

Aber da gibt es ein ganz anderes aufgehendes Licht am östlichen Horizont! Und im Osten geht ja bekanntlich die Sonne auf: gestern fand die zweite Pressekonferenz der A.S.O. zur Silk Way Rally 2010 statt und seit gestern gibt es auch eine neue Webseite einschließlich Streckenverlauf und weiteren Informationen zur Silk Way Rally 2010. Nach den Informationen der ersten Pressekonferenz sollen ja auch Amateurteams zugelassen werden. Also wenn das für uns kein gutes Zeichen ist! Ist zwar nicht ganz Sibirien mit seiner unendlichen Schönheit. Aber auch Russland, die Wüste im südlichen Kalmückien und die kaukasische Steppe haben garantiert ihre Reize. Die Silk Way Rally gehört zur DAKAR Series und wird zusätzlich von Russland als Promotion für die 2014 in Sotschi stattfindenden Olympischen Winterspiele genutzt. Das lässt ein hochprofessionell organisiertes Event erwarten und wir hoffen neben der Rallye selbst natürlich auf zahlreiche interessante Eindrücke und Erlebnisse rund um die Veranstaltung. Bleibt außer der Registrierung und Organisation des gesamten ‘Drumherums’ noch die spannende Aufgabe der Logistik hinsichtlich einiger Tausend Kilometer An- und Abreise. Und weil Rom auch nicht an einem einzigen Tag aufgebaut wurde, haben wir dafür noch etwas Zeit und Platz für garantiert viele Berichte hier im Blog.

Russland, wir kommen! Aber vorher freuen wir uns mindestens genauso erst einmal auf die Baja-Saxonia Rallye am Himmelfahrt-Wochenende.

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Schwarzer Tag

Am Wochenende war die Stimmung noch gut. Aber heute ist ein richtig schwarzer Tag - so schnell kann das gehen. Mit großer Bestürzung und großem Bedauern haben wir die plötzliche Absage der MT Rally aufgrund der am Wochenende geschehenen Flugzeugkatastrophe in Smolensk und des damit verbundenen, unfassbaren Todes des Präsidenten der Republik Polen und weiterer hochrangiger Regierungsvertreter Polens zur Kenntnis genommen. Wir trauern gemeinsam mit unseren polnischen Freunden, auch um die ums Leben gekommenen hochrangigen Führer der polnischen Landstreitkräfte, deren Unterstützung sehr wichtig für die Entstehung der MT Rally war. Natürlich können wir die Entscheidung zur Absage der Rallye in diesem Moment absolut verstehen.

Die Nachricht des Absturzes hatte uns und unsere polnischen Mitstreiter auf der Leipziger Messe AMI zwar bereits am Wochenende erreicht, die Tragweite des Unglücks und dessen Auswirkungen waren jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich klar. Nun denn, hoffen wir auf eine baldige Normalisierung der Lage und auf künftige Veranstaltungen unter dem Label MT.

Unser Mitgefühl gilt aber auf jeden Fall in diesen schweren Stunden unseren Freunden in Warschau und vor allem den Angehörigen und Freunden der Verunglückten.

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Blitzlichtgewitter

Seit Freitag stehen wir mit unserem YellowCruiser und einem Landrover unserer polnischen Freunde von MT Rally auf der Leipziger Automesse AMI. Und wir haben viel Spaß! Tomasz und Norbert, die nur zwei Wochen vor dem Start der MT Rally den langen Weg von Warschau nach Leipzig nicht gescheut haben, sind total gut drauf und es vergehen fast keine zehn Minuten ohne dass wir uns vor Lachen über diverse, schräge Offroad-Erlebnisse oder trockene Jokes biegen – die zwei spielen sich die Lachbälle nur so zu.

Nachdem am Presse-Freitag verschiedene interessierte Presseleute vorbei schauten und endlich einmal viel Zeit zum ‚Quatschen’ mit dem einen oder anderen Szenenkenner war, scheint jetzt am Wochenende halb Deutschland auf dem Weg durch die Messehallen zu sein. Eine doch ganz beachtliche Zahl an Leuten blieb bisher mit offenem Mund vor unserem YellowCruiser oder den Rallye-Videos stehen, die über unseren Bildschirm flimmerten. „Kann man da mal mitfahren“? Fast im Sekundentakt blitzen die Digikameras, die auf unseren Toyo gerichtet werden. Natürlich mit Papi oder Sohnemann stolz davor stehend. Und dann muss man sich solche Sprüche anhören wie „geiler Tscheep“ oder „hochgelegter Auspuff“ (meint Snorkel - grins).

Neben den ansonsten hier gezeigten Fahrzeugen des allgemeinen Interesses, ganz nach dem Motto „tiefer-breiter-schneller“ ist unser riesiges Race-Car nicht nur farblich ein absoluter Eyecatcher. Naja und bei der Öko-, CO2 oder E-Motion-Diskussion hier auf der Messe können oder wollen wir sowieso nicht mitreden. Wenn irgendwann nur noch Kleinstwagen mit maximal 150km Reichweite zwischen den Ladestationen hin und her surren und die Geländewagen- oder SUV-Dinosaurier ausgestorben sind, wird man uns dankbar sein, dass wir diese Spezies ordentlich pflegen und artgerecht halten …

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Car washing by Tomasz
Gespräch mit marathonrally.com
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Gewinnspiel: Co-Pilot für einen Tag

Jetzt ist es offiziell: zur Leipziger Messe Auto Mobil International (AMI) vom 10. bis zum 18. April 2010 verlosen wir gemeinsam mit der Messe unseren Navigator-Sitz für eine Etappe der MT Rally:

Gewinnen Sie einen Platz als Co-Pilot im Offroad-Race-Car des Teams von 4×4-Rally.com auf einer Etappe der MT-Rally.

Die MT-Rally - die größte Orientierungs-, Sport- und Abenteuerrallye in Europa - führt von Szczecin (Stettin) nach Zielona Góra, Polen (24.4.-1.5.2010). Anreise in eigener Regie am 24. April 2010 nach Szczecin, wo die Einweisung erfolgt. Anschließend gemeinsame Fahrt nach Drawsko. Dort darf der Preisträger des AMI-Gewinnspiels am 25. April bei der (Wertungs-)Etappe rund um Drawsko den Sitz des Navigators übernehmen. Die Hotel-Übernachtung mit Frühstück vom 24./25. April in Drawsko wird übernommen. Die selbst organisierte Rückreise erfolgt nach der Etappe am 25. April, aber auch ein weiterer Verbleib als Zuschauer bis zum Ende der Tour ist auf eigene Kosten möglich. Für die Rallye-Teilnahme muss der Gewinner im Besitz eines gültigen PKW-Führerscheins sein.

Was man dafür tun muss? Einfach die Frage auf der AMI-Webseite richtig beantworten - und etwas Glück haben! Naja, und etwas Mut gehört sicher auch dazu. So eine Rallye-Etappe ist kein garantiert Zuckerschlecken.

Und wehe dem Gewinner, wenn wir die Etappe nicht mindestens gewinnen!

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Der Bus kommt!

Wir brauchen unbedingt einen Bus!
Zum Ziehen des YellowCruisers per Anhänger vom “Hauptquartier” zu den diversen Veranstaltungs-Locations. Zum Transportieren von Mensch und Material. Flexibel soll er sein, unseren Toyo komfortabel von der Stelle bekommen, Platz soll er bieten und - natürlich was her machen! Und das alles am besten ohne riesiges Budget. Naja, das wäre die Quadratur des Kreises. Aber man kann sich vielleicht annähern. Ein Fahrzeug war zunächst schnell gefunden, in der Woche geschäftlich genutzt und am Wochenende zum Rallye-Bus umgeflaggt. Das klingt gut und nach sorgenfreiem Leben - und wäre daher hier vielleicht überhaupt nicht berichtenswert. Aber weit gefehlt! Denkt man ein Problem gelöst zu haben, tun sich sofort mindestens zwei neue Probleme auf - die natürlich noch komplizierter zu lösen sind, wenn überhaupt. Mathematisch würde man das wohl als exponentiell wachsenden Problemraum bezeichnen. Aber wer spricht denn hier von Problemen - wir haben doch in diversen Management-Seminaren gelernt: we don’t have problems, there are challenges only! Zu gut-deutsch: nichts haut uns um.

Challenge Nr.1: zulässige Anhängelast ändern

Unser Rallye-Bus - ein Volkswagen T5 Gebrauchtimport mit gepflegter holländischer (!!) Handwerkerhistorie - bietet mit der Kraft von 174 deutschen Pferden ordentlich Leistung. Laut Angabe im Fahrzeugschein dürfen die vielen Gäule einen maximal 2.500 kg schweren Anhänger ziehen. Nun ergibt unsere Additionsaufgabe (Leermasse YellowCruiser ca. 2.100 kg + Leermasse PKW-Anhänger ca. 800 kg) aber leider eine Gesamtanhängelast von ca. 2.900 kg. Also auf zur Behörde und eine höhere Anhängelast eintragen lassen!
Behörde sagt: “musst Du Gutachten von TÜV vorlegen”.
TÜV sagt: “musst Du Dokument von Volkswagen vorlegen”.
Volkswagen sagt: erst mal gar nichts und auf penetrante Nachfrage: “geht nicht”.

Dumm gelaufen! Aber “geht nicht” gibt’s ja bekanntlich bei uns nicht und laut einigen Foren im Internet gibt es da wohl ‘diverse Möglichkeiten’. Eine legale Möglichkeit sieht die Erhöhung der zulässigen Nutzlast per Gutachten (gegen Geld natürlich) vor und anschließend die Erhöhung der zulässigen Anhängelast einschließlich verstärkter Anhängekupplung inklusive Gutachten (gegen noch mehr Geld selbstverständlich). Das funktioniert laut dem Kleingedruckten des teuren Gutachtens aber leider nur mit einem serienmäßigen Fahrwerk. Der holländische Vorbesitzer unseres Rallye-Busses muss aber wohl ein kleiner Möchtegern-Schumi gewesen sein und hatte das Serienfahrwerk gegen ein tiefer gelegtes Gewindefahrwerk ausgetauscht: super Straßenlage hat er ja, aber eben keine Chance bei TÜV und Behörden. Also:

Challenge Nr.2: Fahrwerk ändern

In der Bucht von Ebay lag zum Glück ein so gut wie nicht genutztes Original-Fahrwerk und ließ sich für ein gerade noch vertretbares Investment ersteigern. Mit Renés Hilfe war das Fahrwerk dann in einer Nachtschicht auch gleich gewechselt. Damit sollten alle Voraussetzungen für die Eintragung einer höheren Anhängelast geschaffen sein. Nach einigem Hin- und Her hat der gute Mann von der DEKRA dann auch seinen Stempel darunter gesetzt. Na wer sagt’s denn!

Challenge Nr.3:  Sonn- und Feiertagsfahrverbot

Unser Rallye-Bus ist als LKW zugelassen. Na und? Es gibt da ja ein Fahrverbot für LKW an Sonn- und Feiertagen und dann gibt es noch eine Fernreiseverordnung, nach der LKW auch in der Urlaubs- und Reisezeit an Samstagen nicht auf bestimmten Autobahnen fahren dürfen. Das alles gilt zum Glück wie man so weiß nur für “große” LKW - Brummis eben, also LKW mit mehr als 3,5t Gewicht. Darüber freut man sich normalerweise als PKW-Fahrer am Wochenende und auf der Fahrt in den Urlaub. Und uns trifft das alles sowieso nicht, da unser “LKW” ja eben ein Gewicht von weniger als 3,5t hat. Es wäre auch zu blöd, wenn wir mit dem Rallye-Bus nicht am Wochenende fahren dürften, da ja viele Motorsport-Events logischerweise am Wochenende stattfinden. Also kein Problem.

Haste gedacht! Laut StVO gelten die Fahrverbote genauso auch für LKW <3,5t sobald diese mit Hänger unterwegs sind. Saublöd das! Genau das wollen wir doch aber, eben am Wochenende mit Rallye-Bus und Anhänger zum Spielen in den Sand fahren! Wieso überhaupt muss ein VW T5 “Multivan” mit fünf Sitzen als LKW zugelassen sein? Wenn ich die zahlreichen VW T5 Familienkutschen mit Mutti und mindestens vier Kindern - Malte, Thorge, Marie-Chantal, Hannah oder wie die Lieben heute so heißen - vor dem Schulhort halten sehe, glaube ich nicht an eine LKW-Zulassung. Das muss auch als PKW gehen. Schließlich bekommt der Staat für eine PKW-Zulassung mehr Steuern, sollte also gerade auf uns und eine Zulassungsänderung warten. Also wieder mal ein Gang zur Behörde.
Behörde sagt: “musst Du von TÜV abnehmen und umschlüsseln lassen”.
TÜV sagt: “geht nicht - Fahrzeugdaten in der Zulassung erlauben das nicht”.
Obwohl unser Bus vom Kopfstützenbezugstoffmuster über alle Fahrgestell-, Fahrwerks-, Bremsen- und Motorteile bis hin zum Sonnenblendenschminkspiegellämpchen identisch mit den als PKW zugelassenen Walldorfschulenzubringerbussen ist, gibt es keine Änderung - einmal LKW, immer LKW!

Letzte Möglichkeit: Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot (§30 Abs. 3 StVO) und vom Fahrverbot nach §1 der Ferienreiseverordnung für einen (Klein-)LKW mit Anhänger. So heißt das Formular. Ausgefüllt, eingereicht beim (wirklich !!) sehr freundlichen und verständnisvollen Landratsamtsmitarbeiter -
- und ab jetzt gelduldig warten auf Post …

Altes Fahrwerk raus …
… neues rein.
3070 kg Anhängelast eingetragen! :-)
Ausnahmegenehmigungserteilungsantragsformular

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