Sonntag, 22 of Juli of 2018

Baja300 MD - Stage 1

Die erste Etappe im Rennen der Baja300 ließ sich für uns erstaunlich gut an. Mit solch gut gemeinten Ratschlägen zu unserem neuen YellowRacer im Ohr wie “das Auto kann mehr als Du denkst”, “Du bist das Limit, nicht das Auto” und auch “Du solltest erst mal nur 60% von dem fahren, was Deiner Meinung nach gehen würde” gingen wir am Freitag Mittag auf die Strecke im Tagebau, um die sieben geforderten Runden á ca. 35 km unter die Räder zu nehmen. Erklärte Strategie war die Sache einigermaßen ruhig anzugehen, erst mal das Auto und die Strecke kennenlernen und dann später etwas mehr Druck aufs Pedal zu schicken.

Drei Fahrzeuge am Start nebeneinander, gleich zu Beginn schien es ums Ganze zu gehen. Mir war klar, wer den Dreier-Start gewinnt, hat die ersten Kilometer mit hoher Wahrscheinlichkeit gute Sicht. Denn es war wieder extrem trocken und staubig im Tagebau und wer hinterher fährt hat die sogenannte A****-Karte gezogen und sieht nix. Allerdings hat der Gewinner des Start-Triells (sagt man doch so für ein Duell zu dritt, oder?) gleich zwei Verfolger am Heck kleben und macht sich sicher keine Freunde als “Anfänger” mit neuem Auto, der sich erst mal an dessen Fahrverhalten gewöhnen und dann auch noch während der ersten Runde  die Strecke lesen will. Also entschied ich mich kurzfristig dafür, die Kollegen los ziehen zu lassen, sollten die doch erst mal richtig los toben. Man sieht sich garantiert in der zweiten oder dritten Runde - und schon waren wir dem Sand- und Kohlenstaub ausgeliefert …

Diese Entscheidung erwies sich als gar nicht so schlecht. Bis auf den Staub kamen wir gut voran und fanden dank unseres “CP-Finders” Peter die Strecke und sämtliche Checkpoints. Die hier tätigen ORGA-Leute waren bei der Hitze und vollständig in Dreck und Kohlestaub umhüllt nicht zu beneiden, Hut ab! Peter kannte die Strecke bald wieder auswendig, einschließlich erster und zweiter mathematischer Ableitung sämtlicher Kurvenradien sowie Tiefe, Breite und geologischer Zusammensetzung fast aller Bodenwellen und Pistenlöcher und konnte mir so sehr gut den Weg weisen. Über die Bodenwellen, denen wir nicht ausweichen konnten oder wollten, hüpfte unser YellowRacer ohne Probleme und schien sogar seine Freude daran zu haben. Na wenigstens einer. Denn schon bald meldete sich mein ‘Popometer’, forderte Gnade und erinnerte mich mit zunehmender Rundenzahl an den Spruch ”Du bist das Limit, nicht das Auto”. Ich ignorierte dies jedoch bis zu letzten Runde - ganz nach dem Motto “Kleinhirn an Hintern: Schnauze, sonst fliegst Du raus!”. Hätte ich nur mal auf die Signale gehört … Aua!

Es gab viele Ausfälle, vom Gefühl her war die Strecke hinsichtlich Waschbrettpisten und Steinen deutlich anspruchsvoller als im Vorjahr, aber vielleicht war die Erinnerung auch nur schon verblasst. Jedenfalls kamen wir insgesamt gut über die Etappe und hatten am Ende nach ca. fünfeinhalb Stunden Platz 18 erreicht. Bis auf einen zum Glück harmlosen Fahrfehler, der uns im tiefen Kohlestaub in eine Situation brachte, die den kurzen Einsatz des Bergegurts (DANKE Team Walcher Nr. 604 auf Unimog, das uns hier zwei Minuten seiner Zeit opferte!!) notwendig machte und uns vielleicht 10-15 Minuten kostete, gab es keine wesentlichen Probleme. Was will man mehr?

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