Samstag, 21 of Oktober of 2017

Balkan Mugge (1)

breslau-Auf was hatten wir uns da bloß eingelassen! In einer Woche fast 2.000 km Offroad quer durch Bulgarien, über tief ausgewaschene Gebirgswege, bulgarische Rüttel- und Schotterpisten, Schlaglochalleen und rutschige Waldwege. Enge Büsche und armstarke Äste rechts und links aber auch in zerstörerischer Frontscheiben- bzw. Augenhöhe. Bergauf, bergab und immer wieder hoch und wieder runter – scheinbar endlos erscheinende Tracks in dichten Wäldern. Aber da waren auch schnelle Feld- und Wiesenwege, die über große Distanzen Geschwindigkeiten weit jenseits der 100km/h zuließen: die BALKAN BRESLAU Rallye forderte Mensch und Technik und bot uns in der letzten Woche die Möglichkeit an unsere fahrerischen Grenzen zu gehen.

Die Anfahrt im Service-Truck von Leipzig bis nach Teteven (nicht weit entfernt von Sofia) verlief weitestgehend unspektakulär, lediglich die bereits vor drei Jahren hier schon einmal bemängelte Maut-Abzocke in den einzelnen osteuropäischen Ländern sowie die Warterei und lästige Diskussion mit Zöllnern an den Grenzen nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien nervte uns massiv. Hatten wir etwas verpasst oder ist Europa eben doch nicht so offen wie man uns immer suggeriert? Die findigen Bürokraten dort haben’s sogar drauf guerillamäßig eine gut ausgebaute Umgehungsstraße zu sperren und dann in der notgedrungen, mühevoll zu durchfahrenden Stadt mal eben eine Extra-Maut zu kassieren. Willkommen im Mittelalter, willkommen auf dem Balkan!

Und dann kam noch eine unangenehme Sache – Kontrolle unseres Fahrtenschreibers und unserer NATÜRLICH nicht eingehaltenen Lenk- bzw. Ruhezeiten kurz nach dem Grenzübertritt nach Bulgarien. Am liebsten hätte ich den kontrollierenden Beamten gefragt, ob die Stunde die er uns gerade gestohlen hatte jetzt als Lenkzeit oder als Ruhezeit gilt, aber in Anbetracht unserer schlechten Verhandlungsposition schien die “Ich nix verstehen“-Strategie die beste zu sein. Allerdings sprach die Ordnungsmacht dann plötzlich perfekt deutsch – autsch!

Erschreckend haben wir auf der Fahrt zu Kenntnis genommen, wie schlimm das landschaftlich schöne Bulgarien zwischen Dreck, Müll, ex-kommunistischen Industrieruinen, hässlichen Plattenbauten und anderen Bausünden radikal verkommt. Schade, hier scheint es die letzten Jahre eher bergab als bergauf gegangen zu sein!

Soweit zur Anfahrt. Dann ging es aber auch schon ziemlich bald zur Sache: erster Tag mit Prolog und anschließender 113 km Nachtetappe durch die finstere bulgarische Wildnis. Diese Etappe, genauer gesagt die heftig anspruchsvolle Strecke, sollte uns gleich zeigen wo bzw. wie heftig es die nächsten Tage lang gehen wird. Unser hartes Fahrwerk, gepaart mit offensichtlich etwas zu hohem Reifenluftdruck reichte sämtliche Schläge direkt bis zu Wirbelsäule und Bandscheibe durch – dementsprechend kaputt waren wir am Ende und ich war erstaunt, dass unser YelowRacer den Höllenritt ohne jegliche Schäden am Fahrwerk überstanden hat. In der Nachtetappe hatten sich gleich einige Teilnehmer ‚verabschiedet’ indem sie sich überschlugen, ihre Fahrzeuge in Bäume crashten oder einfach irgendwo einen Hang runter rutschten. Die am nächsten Tag folgende Etappe über 191 km mit ähnlichen „Qualitäten“ sollte daran nichts ändern. Nur bei mir stellte sich allmählich Frust über die Strecke ein, die uns und unserem YellowRacer überhaupt nicht lag. Nur Gerüttel und Geschüttel im Wald, keine Möglichkeit schneller zu fahren, nichts als Wald und immer wieder Wald. Wo waren die versprochenen schnellen Strecken, wo war schöne Landschaft? Hier jedenfalls nicht!

Fortsetzung folgt …

Go East im Service Truck

Maut-Wegelagerer überall

Schön …

… ist anders

Beim Sponsoren Aufkleber Tapezieren

Showstart auf dem Markt in Teteven

Tankstopp zwischen zwei Wertungsprüfungen

Der G läuft gut!

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