Montag, 18 of Dezember of 2017

Tag » Baja

Baja300 MD - Stage 2

Zweiter Tag im Rennen um die Baja300 Mitteldeutschland. Zweiter Tag Staub und Hitze. Zweiter Tag im neuen YellowRacer. Zweiter Tag volle Konzentration. Zweiter Tag ohne Erbarmen fürs Popometer …

Zweiter Tag am Start zwischen zwei Konkurrenten, bereit zum ersten Dreikampf der Etappe um die ersten Kilometer und gleichzeitig um gute Sicht oder eben Staubwolke und Dreck voraus. Aber diesmal war ja der zweite Tag und wir wollten heute nach vorn. Somit gelang es mir spielend die zwei anderen Fahrzeuge rechts und links neben mir am Start stehen zu lassen, unser brüllendes AMG-Triebwerk schob uns kräftig an und wir hatten die ersten Kilometer die vor uns liegende Strecke für uns und somit ganz gute Sicht. Naturgemäß hielt dies nicht lange, als wir auf ein kurz vor uns gestartetes Fahrzeug aufschlossen, war es damit vorbei und wir kamen in den unschönen Genuss der vor dem Rennen lang und intensiv diskutierten, vom Reglement geforderten weißen Staubleuchten am Heck der vor uns fahrenden Fahrzeuge. Doch doch, die Forderung erschien uns jetzt vernünftig, die weißen Lichter voraus sah man deutlich besser als die üblichen roten Rückleuchten.

Die ersten zwei bis drei Runden entwickelten sich gut für uns, allerdings sahen wir die ersten ausgefallenen Fahrzeuge am Rand stehen. Dabei laufen dann immer gleichzeitig zwei durchaus widersprüchliche (Kurz-)Filme vor dem geistigen Auge ab: einerseits natürlich steigt die Hoffnung auf eine bessere eigene Platzierung, wenn als Favorit gehandelte bzw. in der Wertung weiter vorn liegende Teams ausscheiden. Andererseits fühlt man aber auch mit den ausgefallenen Teams und kann den Schmerz und die Enttäuschung über das plötzliche Aus nachvollziehen. Auch wird man selbst knallhart an die dünne Linie zwischen Ankommen auf der einen Seite und technischem Ausfall oder gar Unfall auf der anderen Seite erinnert.

Und das diese Linie ganz dünn ist durften wir zunächst in der dritten Runde erfahren, als uns ein ganz besonders unsportlicher Typ genau in einer Rechtskurve, direkt vor einer Passage, an der definitiv nur ein Auto durch passte - diese war extra mit gut sichtbaren Straßenpfosten markiert !! - , aus heiterem Himmel voll in die rechte Seite knallte, weil er wohl meinte er muss dort auch unbedingt noch mit oder gar vor uns durch. Nur wenige Sekunden später wäre über endlose breite Pistenkilometer genügend Platz gewesen und es ging bei dem Kollegen auch überhaupt nicht mehr um eine nennenswerte vordere Platzierung! Wie krank ist das denn?

Der Schreck hielt einige Zeit an, nicht zu sprechen vom heftigen Schaden an diversen GFK-Teilen unseres YellowRacers. Aber es ging trotzdem weiter! Wir waren die ersten drei Runden deutlich schneller als am Vortag unterwegs - bestätigten uns hinterher auch manche der wieder voll in Hitze, Kohlestaub und Dreck stehenden CP-Posten. Hitze und Dreck durften wir dann aber leider auch genießen - nur wenige Kilometer nach dem Zusammenstoß, konkret in der vierten Runde, stellte unser YellowRacer nach einem Gangwechsel und ohne Vorwarnung plötzlich jeglichen Vortrieb ein und ließ sich nur noch schiebend an die Seite und später durch ein Abschleppfahrzeug der ORGA von der Strecke schieben. Ich tippte auf Kupplung oder Getriebe.

Damit waren wir aus dem Rennen und durften über fast vier Stunden (3h 48min, siehe Bild oben) im glühend heißen Sand sitzend und mit massiv zur Neige gehenden Flüssigkeitsvorräten das Ende des Rennens abwarten. Death Valley in Mitteldeutschland. Schatten nur unterm Auto, die 2m hohen Birken am Streckenrand erzeugten nicht mal annähernd etwas was man Schatten nennen konnte. Überall nur Dreck und Staub, jetzt konnten wir fühlen was die Leute von der ORGA an den CPs auf der Strecke leisten. Und wir durften auch wieder erleben, wie es sich jenseits der anderen Seite der dünnen Linie anfühlt …

Insgesamt dann Platz 38 von 85 in unserer Klasse gestarteten Fahrzeugen. Ach reden wir nicht darüber!

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Vortrieb ohne Ende …
Und er fliegt
Death Valley in Mitteldeutschland …
… und kein Tropfen Wasser!
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Der Neue im Stall

Alles neu macht der Mai! Oder so. In den letzten Tagen hat sich die Welt für uns extrem schnell gedreht, auch wenn es hier im Blog ziemlich ruhig war. Nachdem es bei einigen Plänen und Aktivitäten in Bezug zu unserem zukünftigen Rallye-Service in den letzten Monaten ziemlich herbe Rückschläge und Enttäuschungen gab - aber das ist eine andere Story, ergab sich fast über Nacht die Chance auf ein neues Pferd für unseren Stall. Ein echtes Rennpferd, mit nachgewiesenem Stammbaum und so!  Und dabei sind es nur noch wenige Tage bis zur Baja300 Mitteldeutschland. Schlaflose Nächte, genervte Familie, im Kopf dreht sich alles - wie macht man(n) es richtig? Und dann ist es passiert …

Da steht er nun und scharrt mit den Rädern. YellowRacer versus YellowCruiser? Vorbei ist das schnelle Cruisen im ’sanften’ Toyota. Der hat uns zwar auch schon mal wie wild abgeworfen, aber der hier ist ein noch härterer Bursche! Minimalismus pur, ein definitives RaceCar und auch von Beginn an als solches konstruiert und gebaut. Kein umgebautes Serienauto. Keine Heizung. Keine Aircondition. Keine Geräuschdämmung. Keine Zentralverrieglung. Kein dies und kein das. Und vor allem, keine Kompromisse! Dafür laut, schnell, leicht, robust. Leistung ohne Ende. Ein AMG Triebwerk schiebt ordentlich Power und Drehmoment an alle vier Räder und sorgt damit für begeisternden Vortrieb. Wir sind gespannt, wie sich der Neue im ersten Rennen mit uns behaupten wird. Sicher werden wir dabei noch einige Zeit brauchen, um uns gegenseitig besser kennenzulernen. Also: auf geht’s zur Baja300 Mitteldeutschland am kommenden Wochenende.

Let’s race, YellowRacer!

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“Baja California” …

… so will ich die Headline dieses Beitrags mal nennen. Ist zwar geografisch nicht absolut korrekt, denn unten in Mexico auf der als Baja California bezeichneten Halbinsel und ‘Heimat’ der legendären SCORE Baja 1000 waren wir nicht ganz. Aber immerhin fast bis zur mexikanischen Grenze und in vergleichbarem Terrain. Mit dem 4×4 ganze zwei Wochen quer durch’s (ehemalige) Arnie-Land: kalifornischen Wüsten, Steppen und Wälder - das ist Wellnessurlaub pur für Freunde des gepflegten Allrad-Vortriebs! Zwar ging es mehr onroad voran als offroad, aber was heißt das hier schon. Hier im Lande der unendlichen Weite, im Land der (fast) unbegrenzten Möglichkeiten aber dennoch speedgebremster Highways. Vier bis acht Spuren - in jede Richtung. Da kannst Du auf jeder Dorfstraße eine 747 landen. Und wenden!

Im Land der 5.7 HEMI und der V8, der DODGE RAM, RUBICON, CHEVY SUBURBAN, CADILLAC ESCALATE, FORD F150, TOYOTA TUNDRA und wie sie alle heißen. Ja, ich bin sicher - einige hier können mit diesen Codeworten was anfangen, auch wenn es sicher derzeit nicht chick ist, sich offen zum wohlklingenden Sound und zur Optik dieser Gattung großhubräumiger, allradgetriebener Fortbewegungsmittel zu bekennen. Ich tu’s trotzdem! Auch wenn unter Arnie Schwarzenegger etwas Öko, ganze Farmen von Windenergieanlagen und auch erste Elektroautos ins sonnige Land am Pazifik eingezogen sind, die Tankfüllung für den fetten HEMI kostet nicht viel mehr als ein ordentliches Fastfood-Mittagessen für Fahrer und Beifahrer(innen). Aber mit ordentlich BBQ-Souce. Noch Fragen? Also dann, fix auf “D” geschaltet, kickdown und bei 65 mph die “Cruise Control” rein und rauf geht’s auf die 66 …

Aber zurück zum Thema “Baja”. Hier im Blog war es ja die letzten Monate ziemlich ruhig. Die Absage der BAJA300 POWERDAYS im Juli hatte uns ganz schön getroffen. Wie hatten uns riesig auf das angekündigte Event gefreut und die Planungen liefen auf Hochtouren. Im Sommer, direkt vor unserer Haustür und in dem Gelände, das wir schon von der Baja Saxonia kannten! Aber leider hatten da einige den Mund heftig zu voll genommen und dann waren es natürlich wie immer die anderen, die an der Absage des Events schuld waren. “Das spektakulärste Off-Road Festival Europas mit internationalen Stars und Spaß & Action Garantie!” - so und noch vollmundiger hatte man das Megaevent angekündigt, mit schönen bunten Bildchen auf der Webseite, mit springenden Monstertrucks und leichtbekleideten Race-Girls. Ganz voran tolle Superstars und Rally-Champions aus USA und old Germany - wow! Ziemlich peinlich die ganze Show, und da lässt mich nur sagen ‘Hut ab vor den Leuten, die solche Dinge wirklich zustande bringen’. In diesem Sinne gehen meine Grüße an diesem Wochenende nach Schwerin an Ingo und sein Team vom SOREA Offroad-Park, in dem das GORM 24h Rennen stattfindet - wir können aus Termingründen (und Jetlag…) leider nicht teilnehmen. Alle Achtung, hier ist mit viel Einsatz was tolles entstanden und ich bin schon ganz gespannt, irgendwann das SOREA-Gelände auch unter die Yellowcruiser-Räder zu nehmen. Ich wünsche gutes Gelingen und ein heißes Race-Wochenende in Schwerin!

Meine persönliche “Baja” während der letzten zwei Wochen an der Westküste der USA war mal ein etwas anderes 4×4-Erlebnis und vielleicht auch ein kleiner Ersatz für die ausgefallenen Baja300 Powerdays. Es ging zwar nicht um Zeit oder um Plätze, sondern um einige tausend Meilen entspanntes 4×4-Genuss-Cruisen. Und die täglichen Special Stages hatten eher zum Ziel trotz höchster amerikanischer Fastfood-Esskultur nicht zuzunehmen. Ziel erreicht …

Toyota Tundra 5.7 HEMI V8 - Let’s ride!

Endlose Weite an der Route 66

Nicht überall ist alles möglich

Sheriff mit coolem Dienst-Hummer

Dünen voraus!

Nur 44°C outside - Forecast war 50°C

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Baja Saxonia: Nachlese

Viel zu kalt, viel zu nass, viel zu kurz, viele Eindrücke, viele gute Gespräche, viele nette Leute, viele Fotos, viele neue Ideen. So können wir unser Fazit der Baja Saxonia ziehen. Einfach ein super Event, gut organisiert und für uns eine interessante Mischung aus Fahrzeugen und Teams verschiedenster Leistungsklassen. Erfreulich war das Feedback was wir während der Baja nicht nur von einigen Lesern dieses Blogs erhielten. Und auch das Wiedersehen mit einigen alten Bekannten hat uns sehr gefreut.

Und doch gibt es offensichtlich auch Leute, denen unser Tun nicht zu gefallen scheint: gestern erreichte mich eine etwas fragwürdige Email, unter anderem mit der Frage, ob wir das Rennen nicht mit einer Roadbook-Tour verwechselt hätten. Sind wir jemanden auf die Schnürsenkel getreten - oder besser: gefahren? Das wäre schade. Ich bin aber ziemlich sicher, dass die vielen Teilnehmer der Baja Saxonia - egal ob sie vor oder hinter uns ins Ziel gekommen sind oder aufgrund irgendwelcher Probleme ärgerlicherweise aufgeben mussten - ganz sicher nicht von einer Roadbook-Tour sprechen würden. Auch spricht unsere Platzierung nicht unbedingt dafür. Schade nur, dass der Email-Schreiber während der letzten Tage nicht eine Minute Zeit hatte, die Antwort auf diese Frage oder sein eigentliches Problem mit uns beim Bier auszudiskutieren.

Zum Glück hatten wir aber Zeit und Gelegenheit noch einige Fotos im Fahrerlager zu machen:

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Praktischer Rallye-Bus mit Bar
Freiluft-Garderobe
Überall ist Schlamm
Rundum wird geschraubt und geschweißt
Startlisten und Zeiten am Orga-Zelt
Zelt für guten Überblick
MT Rally Chef trifft DAKTEC Chef
YellowCruiser Service
Huckepack zweifach
Die Party ist vorbei
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Baja Saxonia: 35. Platz!

Geschafft! Nach zwei Wertungsprüfungen sind wir ohne größere technische Schäden durchs Ziel der 3. Baja Saxonia gerollt!

Die erste Etappe fing am Freitag sehr viel versprechend an, zwar war es ungewöhnlich kalt für Mitte Mai aber zum Glück hielt sich der Regen (noch) zurück. Die Strecke war somit gut fahrbar und bestand aus schnellen zu fahrenden Wegen und Schotterpisten aber auch aus sandigen und sehr welligen, steinigen und garantiert Material mordenden Abschnitten. Kein Grund zur Klage, dies hatten wir irgendwie erwartet. Da im Gegensatz zum Prolog vor uns doch schon einige Fahrzeuge mehr gestartet waren, war die Navigation nicht zu kompliziert. Die vielen vor uns fahrenden Fahrzeuge hatten eindeutige Spuren auf der Piste hinterlassen und das Roadbook diente zunehmend zur Bestätigung und zur Vorbereitung auf unerwartete Abbiegungen oder andere Überraschungen. Allmählich begann es dann jedoch zu Regnen und die Strecke wurde zunehmend rutschiger. Erste Teams kamen nicht mehr durch den Schlamm, LKWs blieben an Steigungen stecken.

An einer Steigung, kurz nach dem Beginn unserer dritten ca. 20 km-Runde, kam es dann unmittelbar vor uns zu einem folgenschweren Unfall. Ein verletzter  Teilnehmer, der wohl von einem LKW übersehen und angefahren wurde, musste leider mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden. Eine ziemlich bedrückende Situation für uns, keiner wusste genau was wirklich passiert war und wie ernst die Situation für den Verletzten war. Den Gesichtern der sehr schnell an der Unfallstelle eintreffenden Ärzten und Orga-Leute konnte man aber deutlich den wohl bestehenden Ernst der Lage ansehen. Erinnerungen an Berichte von der DAKAR mit Toten oder schwer Verletzten kamen auf und die Befürchtung, dass sich hier etwas Ähnliches abgespielt haben könnte. Natürlich mit allen Konsequenzen für das hiesige Event aber auch für den Offroad-Motorsport insgesamt. Etwas schockiert waren wir dann jedoch, als der unmittelbar neben uns landende und bald darauf wieder mit dem Verletzten abhebende Rettungshubschrauber von einigen Teilnehmern offensichtlich als interessanten Foto- oder Video-Motiv entdeckt wurde. In Folge des Unfalls und möglicherweise auch in Anbetracht des Wetters und dessen Auswirkungen auf die Befahrbarkeit bzw. Gefährlichkeit der Strecke ließ die Orga aber dann die Etappe abbrechen. Glücklicherweise wurden wir am späten Abend beim Fahrerbriefing informiert, dass der Verletzte außer Lebensgefahr sei und dass das Rennen am nächsten Tag - mit einigen Streckenänderungen in Anbetracht des Regens - weiter gehen wird.

Trotzdem entschieden einige Teams am nächsten Tag nicht zu starten. Diese Entscheidungen aber auch einige explizite Hinweise der Orga auf sehr glatte Streckenabschnitte brachten uns am späten Abend schon etwas zum Grübeln. Aber jetzt aufgeben? Nein, dafür waren wir nicht hier. Die Zahl derer, die am nächsten Tag starten wollten, war deutlich größer als die Zahl der Abbrecher und damit war unsere Entscheidung klar - wir starten zur zweiten Etappe! Unser Platz nach der ersten Etappe war übrigens Nr. 49. Und damit waren wir mehr als zufrieden.

Nach einer weiteren sehr kalten und lauten Nacht im Fahrerlager reihten wir uns gegen Samstagmittag in die Reihe der Starter zur zweiten Etappe ein. Die ersten drei Runden der Strecke, die nicht weniger anspruchsvoll war als die des Vortages, waren schnell und ohne Probleme gefahren. Die tiefer und tiefer zerwühlten und nicht großräumig umfahrbaren Schlammabschnitte in zwei Waldpassagen aber auch auf einer riesigen sumpfartigen Wiese machten uns jedoch zunehmend Angst, dass wir uns garantiert irgendwann hier fest fahren würden. Gleichzeitig wurde aber unser Kampfgeist wach. Und mit jeder dann doch erfolgreichen Vollgas-Durchquerung dieser Abschnitte unter Einsatz beider Sperren wuchs unser Respekt vor der Kraft und Traktion, die unser YellowCruiser in unaufhörlichen Vortrieb umsetzte.

Im Verlaufe der fünften Runde schien mit dem plötzlichen Aufleuchten einer roten Warnleuchte der kraftvolle Vortrieb doch noch unverhofft enden zu wollen. Schrecklich! Die Warnleuchte signalisierte eine überhöhte Temperatur des Automatik-Öls und ich befürchtete Schlimmes für die verbleibenden Kilometer. Letztlich forderte die Warnleuchte zum Glück aber nur eine deutliche Entlastung und Abkühlung des Getriebes, was wir auf den langen und geraden Streckenabschnitten realisierten konnten, indem wir unser Triebwerk nicht zu stark forderten und eher mit wenig Druck aufs Gaspedal eine einigermaßen erzielbar hohe Geschwindigkeit zur Kühlung des Aggregates wählten. Dieses Problem beschäftigte uns kontinuierlich bis zum Schluss der Etappe, die damit allerdings dann wie im Fluge verging. Ziemlich abgekämpft aber dennoch hocherfreut rollten wir dann nach sechs Runden und einer Fahrzeit von ca. 4,5 Stunden ohne technische Probleme durchs Ziel. Aus dem 41. Platz für die zweite Etappe entwickelte sich dann in der Gesamtwertung insgesamt der 35. Platz, was uns schon etwas stolz machte. Immerhin haben wir damit mehr als 60 Teams hinter uns gelassen, darunter garantiert Teams mit deutlich mehr Rallye-Erfahrung und teilweise technisch weit überlegenen Fahrzeugen.

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Zweikampf
Unimog im Tiefsand
YellowCruiser …
… mit Schlammkruste
schneller Waldtransporter

Am CP
Freude am Ziel
Autowäsche am Tagebau
Abendessen und Abschied
Siegerehrung
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Baja Saxonia: Prolog

„Prolog“, laut Wikipedia: … (griechisch πρόλογος /prólogos/ „das Vor-Wort, die Vor-Rede“) bedeutet so viel wie „Vorwort“. … Ein Prolog ist eine Einleitung, Vorrede oder auch ein Vorwort. Im Drama dient diese Vorrede der Erläuterung des Sinnes des Stücks …

Drama? Also bis jetzt nicht und hoffentlich wird dieses Stück auch nicht dramatisch. Ganz im Gegenteil. Die Stimmung am zweiten Tag im Baja Saxonia Fahrerlager und in unserem Team ist bestens, unter anderem auch aufgrund der Tatsache, dass sich die seit zwei Tagen über uns drohenden dunklen Wolken bisher noch nicht entleert haben. Und hoffentlich bleibt das so!

Eine Rallye gewinnt man nicht im Prolog. Hatte man uns gesagt. Wir haben aber trotzdem gewonnen: jede Menge neue und wichtige Erfahrungen, handfestes Vertrauen in unseren YellowCruiser, Erkenntnisse über den Willen (einiger ganz „harter“ Typen) eine Rallye unbedingt und ohne Rücksicht auf irgendetwas gewinnen zu wollen und nicht zuletzt auch einige neue Freunde. Was will man mehr bei einem Rallye-Debüt?

Da wir beim Prolog – aufgrund unserer zeitigen Anmeldung für die Baja Saxonia – als zehntes Fahrzeug starten durften, mussten wir schnell lernen mit einigen ganz speziellen Herausforderungen umzugehen. Waren auf der einen Seite an manch komplizierter Wegegabelung noch keine ausgefahrenen und die Navigation etwas erleichternde Spuren zu sehen, hatte ich mit einem Auge wachsam den Rückspiegel zu beobachten. Ich musste Ausschau halten nach heran fliegenden Rallye-Boliden, die sich zwar später angemeldet hatten aber 120%ig auf Sieg fuhren. Und aus zutiefst eigennützigem Interesse an unser beider Leben und Gesundheit wollten wir diese entweder sehr erfahrenen oder kopflosen Kollegen natürlich an uns vorbei lassen. Aber damit nicht genug. Das Platzmachen kostete wertvolle Sekunden. Schlimmer noch aber war das was sich danach abspielte: aufgrund der sich nach dem Überholvorgang vor uns aufbauenden undurchsichtigen und nicht wieder weichen wollenden Staubfahne, der wir aufgrund der Streckenführung aber auch nicht ausweichen konnten, mussten wir unsere Geschwindigkeit mehrmals fast bis auf Null reduzieren.

Trotzdem haben wir insgesamt eine ganz gute Linie gefunden und sind letztlich auf Platz 77 von fast 120  Startern gelandet. Nicht das schlechteste Ergebnis für einen Rallye-Auftakt – sagen wir uns.

Und wie gesagt, eine Rallye gewinnt man nicht im Prolog.

Fortsetzung folgt!

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Navigator-Job: Roadbook auswendig lernen
Sammeln vor dem Start
Gleich geht’s los!
Geschafft! Fahrzeuge warten auf Service-Check
Check-Liste: keine Schäden am YellowCruiser!
Mach mal die Masse, Volker!
Rallye Candle Light Dinner
Rallye Junior bei Drift-Übungen im Camp
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Kisten packen …

Der Countdown läuft - nur noch weniger als 72 Stunden bis zum Start der Baja Saxonia (www.baja-saxonia.de)!

Jetzt heißt es Kisten packen: Zelt, Schlafsack, Isomatte, (warme…) Klamotten, Werkzeug, diverse Ersatzteile, Arbeitskombi, Taschen-, Stirn- und Zeltlampen, allemöglichen Ladegeräte und Netzteile für Notebook und Kamera, etwas Marschverpflegung und so weiter und so weiter. Garantiert fehlt am Ende irgendetwas, was dringend gebraucht wird.

Auf Anraten einiger “alter Baja-Hasen” haben wir uns noch einen neuen Kompass zugelegt und uns am Wochenende mit trigonometrischen Funktionen, Marschrichtungszahlen und ähnlichen Spielchen der Navigation mit Karte und Kompass befasst, die irgendwie an ganz lange vergangene Zeiten zwischen GST und NVA erinnert haben. Apropos Karte - im Gegensatz zur militär-sozialistischen Vergangenheit haben wir ja jetzt zum Glück solche glorreichen Segnungen wie digitale Satellitenkarten, die man sich einschließlich der aktuellen GPS-Position bei Gelegenheit oder im Notfall auch bei Orientierungsverlust im Fahrzeug auf den Blackberry downloaden kann. Vorausgesetzt man hat ausreichend guten Mobilfunkempfang. Aber lieber einige Sekunden für eine gute Standortermittlung einschließlich Kartendownload investieren, als Minuten oder gar Stunden während einer Irrfahrt durch den Tagebau verlieren. Nun ja, wir werden sehen …

Starken Rückenwind für unser Unterfangen gibt uns dabei auch die in der letzten Woche erhaltene Zusage der Sparkasse Leipzig, die uns in diesem Jahr als weiterer Partner und Sponsor unterstützen wird. In einer Zeit in der fast alle über Krise, Staats- und Bankenpleiten reden ist das mehr als eine gute Nachricht!

Ach so, da war noch das Thema Finanzamt und Kfz-Steuer aus dem letzten Beitrag offen: die Vorstellung unseres Rallye-Busses - der zumindest zulassungstechnisch ein LKW ist - beim Finanzamt vor einigen Tagen hat ergeben, dass der LKW auch als LKW versteuert wird. Da freut man sich doch, wenn das eine Amt an das glaubt, was das andere Amt schriftlich festgelegt hat. Dies soll ja nicht immer so ein. Und ich staune, worüber man sich eben so freut in diesen Zeiten.

Aber am meisten freuen wir uns auf das kommende Wochenende und dass es dann bei der Baja Saxonia ordentlich rund geht im Tagebau!

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