Schlachtfest

Bei einem meiner Lieblingsautoren hab’ ich mal gelesen, dass Männer andauernd irgendwelche Listen mit sich herum schleppen - ob nun im Kopf, auf Papier oder im Handy. Während es dem Buchautor eher um die Rangliste etwaiger in Frage kommender Autos oder gar potenzieller Kandidaten des weiblichen Geschlechts ging, gebe ich zu dass mein BlackBerry einige kontinuierlich gepflegte Listen für allfällige Bau- oder Elektronikmarkteinkäufe aber auch über unbedingt anschaffenswerte CD- oder Buchtitel verwaltet. Eine weitere Liste befand sich über die letzten Monate im Aufbau, allerdings noch eher im Kopf: die Rallye-Ersatzteil-Liste. Also alles was man so für diverse kleine oder große Eventualitäten draußen in der Prärie unbedingt braucht. Um die Kiste im Fall der Fälle wieder flott zu bekommen.
Aber was gehört auf diese Liste und wie verteilen sich Prioritäten? Abgesehen von astronomischen Preisen, die der freundliche Toyota-Händler im Allgemeinen für diverse Originalteile aufruft, stehen ja auch keine unbegrenzten Lager- und Transportkapazitäten, vor allem im Rahmen einer weiter entfernten Rallye zur Verfügung. Und meist ist es ja auch gerade das eine winzige und nur wenige Cent kostende Teil, das am Weiterfahren hindert. Naja, stimmt nicht ganz - denn bei den Rally-Raid typischen Belastungen einschließlich der dabei verursachten Geräusche an die ich mich so erinnere, sind sicher vor allem Fahrwerksteile am meisten gefährdet. Zum Glück lässt der bei den meisten Rennen zu tragende Helm jedoch die schlimmem Geräusche gar nicht erst ans Ohr …
Zurück zur Liste. Fragt man die üblichen “Experten”, erhält man solch hilfreiche Antworten wie: “An einem Toyota Landcruiser geht nix kaputt.”, oder: “Am besten Du kaufst Dir einen zweiten Landcruiser und dann hast Du sowieso alle Teile dabei.”. Na danke schön, noch besser waren auch Kommentare wie “Kauf Dir lieber ä Dschieh (meint: kauf Dir lieber ein Mercedes G-Modell) …”. Klasse, damit kommt man natürlich weiter!
Glücklicherweise hat vor einigen Wochen Robert meinen Weg gekreuzt - oder ich seinen - und es sieht so aus als ob er schon einige Landcruiser und das Rallye-Geschäft nicht nur aus der Ferne gesehen hat. Mit seiner fachmännischen Hilfe hat sich jetzt jedenfalls allmählich eine Liste und mit der Zeit ein erster kleiner Teile-Vorrat entwickelt. Leider sind die Landcruiser doch ziemlich exotisch am deutschen Markt, so dass es kaum einen Ersatzteilmarkt jenseits des “Freundlichen” gibt. Zum Glück hatte ein Kfz-Verwerter in unserer Nähe ein relativ junges Modell nach einem Unfall zum Schlachten und ich konnte hier einige Teile erstehen. Was für ein (Schlacht-)Fest! Auch auf Ebay waren einige wenige gebrauchte Teile verfügbar, so dass sich inzwischen einige Teile wie Querlenker, Spurstangen, Kühler, Lichtmaschine, Kardanwelle usw. angesammelt haben. Zwar alles gebraucht, aber mit signifikant weniger Budget-Verbrauch als entsprechende Neuteile. Damit ist die Liste zwar noch nicht abgearbeitet, aber immerhin ist ein Anfang gemacht. Und der Besuch beim Autoverwerter mit unzähligen Autowracks aller Marken und den riesigen Regalen mit zum Teil heftig oxidierten Teilen ist allemal ein Erlebnis und erinnert immer irgendwie an früh-jugendliche Schrottplatz-Romantik oder an die inzwischen zur Kultfamilie avancierten und bei der diesjährigen Dresden-Breslau-Rallye zum Race-Team qualifizierten Ludolfs …
Date: 7. August 2010

Das wird unser Jahr! Ganz sicher! Gerade einige Stunden alt, zeigt sich das Jahr bereits von seiner besten Seite und produziert neben einigen Schneekrümeln auch interessante Neuigkeiten. Übrigens, Schneekrümel sorgen ja allgemein in Deutschland für Chaos auf den Straßen und neuerdings auch bei der Bahn. Man kann ja im Winter auch nicht damit rechnen, dass es mal kalt wird und dann auch noch schneit. Vorteil 4×4 - vier angetriebene Räder helfen zum Glück nicht nur offroad in Sand und Schlamm sondern auch inmitten der weißgezuckerten Zivilisation.
Die letzten Wochen waren ziemlich hart. Von verschiedener Seite erhalte ich Signale, dass die langjährige Liebe zu amerikanischen Geländewagen und der beliebten Marke wohl nicht in gleicher Weise erwidert wird. Irgendwie passen wir vielleicht doch nicht zusammen. Sicher habe auch ich Fehler gemacht und zu hohe Erwartungen in die Händler dieser Marke und die Marke selbst gesetzt. Aber unser Ziel oder sagen wir besser, das Amateur-Rallye-Projekt müsste eigentlich bestens in die Welt und die Philosophie der US-Marke passen. Schade, aber vielleicht können wir Freunde bleiben …