Samstag, 21 of Oktober of 2017

Tag » Prolog

MT-Rally: Licht aus …

Der Prolog zur MT-Rally war reichlich kurz. Etwas über 4 Kilometer Buckelpiste, reichlich Bewegungsfreiheit für Federn und Dämpfer. Aber kaum ausreichend um auf Betriebstemperatur zu kommen. Unsere Gedanken waren aber schon viel weiter voraus, bei der gegen 21.00 Uhr startenden Nachtetappe. 100 Kilometer, rundum alles mehr oder weniger grau oder schwarz. Werden unsere Dachscheinwerfer von Nutzen sein oder eher von tief hängenden Ästen abrasiert? Wie gut und wie rechtzeitig sind Hindernisse oder auch tiefe Bodenwellen sichtbar? Werden wir überhaupt die „Wege“ auf dem Panzerübungsplatz als solche identifizieren, geschweige denn an Kreuzungen den richtigen Abzweig zu finden? Auf unserer Anfahrt am Mittwoch hatten wir in den hiesigen Wäldern massenhaft Wild am Straßenrand stehen sehen, kommen uns die Hirsche oder Wisente – die es hier tatsächlich geben soll – in die Quere? Viele wirre Fragen und Gedanken, die mir vor der Etappe durch den Kopf gingen.

Dann ging es los, das Startschauspiel. Irgendwie surrealistisch, die Boliden und Streitwagen mitten auf dem dunklen, schier endlosen Gelände. Mit taghell leuchtenden Scheinwerfern an allen möglichen Positionen, auf dem Dach, auf der Stoßstange oder auf der Motorhaube. Den coolsten Eindruck machte ein 500er Fiat Prototyp, der als 4×4-Kampfmaschine aufgebaut war (Bilder folgen später bei besserer Internetverbindung). Dazu das Dröhnen der Motoren beim Abflug der Teams gleich hinter der Startlinie und wie sich die Race-Cars mit voller Festbeleuchtung in die Dunkelheit und den Wald bohrten. Einen besonders eindrucksvollen Hochstart legte Rolf vom ORC-Team hin, wobei er sich – wie ich später hörte – bei der unvermeidbaren Landung gleich wesentliche Motorteile seines neu aufgebauten Mercedes-G zerstörte und damit nur etwas später aus dem Rennen war. Schade!

Wir kamen gut vom Start weg und ich war begeistert von der Lichtausbeute unserer Dachscheinwerfer. Sehr gute Sicht, wir hatten die vier Scheinwerfer so ausgerichtet dass zwei nach vorn und je einer nach vorn rechts bzw. vorn links leuchtete und somit fanden wir alle Abzweigungen bestens. Hochspritzender Schlamm kam nicht bis auf das Dach und damit blieben die dortigen Scheinwerfer sauber. Das ermöglichte uns insgesamt eine sehr gute Navigation. Nur wenige Fehlentscheidungen oder etwas längere Überlegungen und 360° Zirkel. An manchen Stellen gab es massiven Verkehr in beide Richtungen, obwohl alle das gleiche Roadbook hatten!

Dann Schlamm. Tiefer Schlamm. Vorn, links und rechts. Na und vor allem unten! Alle Sperren drin, Vollgas. Plötzlich wechselte der Vortrieb in eine andere Richtung, nämlich nach unten. Wir saugten uns regelrecht in dem mehr als. 50 cm tiefen Schlamm fest – Ende. Sto djelatsch (was tun)? Ein uns verfolgendes Team hielt und zog uns freundlicherweise am Bergegurt aus dem Schlamassel. Allerdings hatte dabei Hans-Peter das unschöne „Vergnügen“ bis zu den Knien im Schlamm zu versinken, denn der Gurt musste ja vorn am Auto festgemacht werden (leider vor Aufregung keine Fotos gemacht!). Nur wenige Kilometer, danach kam dann Wasser – Flussdurchfahrt voraus. Eigentlich kein Problem, die Fotografen hatten tolle Motive – super Blitzlichtgewitter rundum.

Aber der Fluss schien etwas nachtragend auf die nächtliche Ruhestörung zu reagieren. Einige hundert Meter danach wurde es plötzlich um uns herum dunkel. Also nicht weil die Fotografen weg waren. Es dauerte einige Sekunden, bis ich realisierte, was passiert war. Licht aus! Bis auf die Nebelscheinwerfer – die ich ja erst vor der Rallye hinter Gitter verbannt hatte – leuchtete kein einziges Licht mehr am YellowCruiser. Sicherungscheck? Fehlanzeige, alle Sicherungen okay. Nach ca. 20 Minuten Fehleranalyse entschieden wir uns langsam und auf dem kürzesten Weg zum schon nahe liegenden Ziel durchzuschlagen. Glücklicherweise hatten wir bereits alle Checkpoints absolviert und konnten so die Etappe gerade noch gut beenden. Nicht mit Highspeed, aber immerhin. Allerdings sahen uns die Orga-Leute am Ziel etwas komisch an, und ich glaube das war weil wir von der falschen Seite ins Ziel gefahren kamen …

Trotzdem - Gesamtplatzierung nach einer Etappe: Platz 15 – von mehr als 30 Startern in unserer Klasse!.

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Balkan-Offroad: Nachlese (Videos)

Neben zahlreichen Fotos haben wir beim Balkan-Offroad-Marathon 2010 auch einige Videoaufnahmen mit unserer Bordkamera gemacht, die einen ganz guten Einblick in das Rallye-Geschehen im und vor dem Fahrzeug geben. Aber auch andere haben natürlich interessante Filmchen gemacht …

 

Am Steuer des YellowCruisers …

 

Prolog (Bordkamera)

Dieses Video zeigt einen Teil des Prologs am 05.09.2010 in der Nähe von Plovdiv aus der Sicht unserer Bordkamera.

 

Start Prolog

Das folgende Video (gefunden auf YouTube, by DarkStam) zeigt den Start des Prologs. Die Fahrzeuge starten nacheinander im Abstand von einer Minute.

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Balkan-Offroad: Prolog

Was hab’ ich da nur los getreten! Ziemlich anstrengend, jeden Abend oder auch mal eben so zwischendurch von unterwegs Beiträge schreiben, fotografieren, Bilder nachbearbeiten, wieder schreiben, WLAN suchen, alles hoch laden, formatieren na und so weiter. Irgendwann braucht man ja auch mal Schlaf und zwischendurch wollen wir hier in Bulgarien und Griechenland ja auch noch eine Rallye fahren!

Genau das haben wir gemacht oder genauer gesagt, heute zunächst mit dem Prolog begonnen. Vorher war aber gestern und heute noch einiges zu erledigen: Sponsoren-Logos anbringen (also die der Sponsoren des Balkan Offroad Marathon), Um- und Ausladen von Kisten, Befestigen diverser Dinge im Auto, Anmeldung im ORGA-Büro, technischer Check, erstes Fahrer-Briefing, Anfreunden mit dem Roadbook und all die anderen notwendigen kleinen und großen Dinge.

Dann der Prolog. Allein der Anblick des Startbereiches mit der unmittelbar hinter dem Start steil in den Wald ansteigenden, ausgewaschenen und steinigen Rinne schlug gleich voll in die Magengrube. Dort hoch? Ist mir schlecht …

Irgendwie haben wir’s aber gemeistert, obwohl die Strecke unwahrscheinlich Material mordend gewesen ist. Der YellowCruiser hat zum Glück – bis auf ein schräg stehendes Lenkrad - keine ernsthaften Schäden davon getragen. Und: kein Navigationsfehler! Sehr guter Einstieg also für unseren Rookie auf dem Beifahrersitz. Am Ende 18. Platz, Prolog eben. Wir sind zu frieden und die drei anderen deutschen Teams scheinen auch gut gestimmt zu sein.

Richtig los geht’s dann aber doch erst morgen mit der ersten “richtigen” und vor allem langen Etappe!

Getränke umladen
Anmeldung bei der ORGA
Sponsoren-Logos anbringen
Briefing
Technische Abnahme
Roadbook checken
Gleich geht’s los …
Dort hoch?!
Endlich die Zielflagge!
Was ist mit der Lenkung?
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Baja Saxonia: Prolog

„Prolog“, laut Wikipedia: … (griechisch πρόλογος /prólogos/ „das Vor-Wort, die Vor-Rede“) bedeutet so viel wie „Vorwort“. … Ein Prolog ist eine Einleitung, Vorrede oder auch ein Vorwort. Im Drama dient diese Vorrede der Erläuterung des Sinnes des Stücks …

Drama? Also bis jetzt nicht und hoffentlich wird dieses Stück auch nicht dramatisch. Ganz im Gegenteil. Die Stimmung am zweiten Tag im Baja Saxonia Fahrerlager und in unserem Team ist bestens, unter anderem auch aufgrund der Tatsache, dass sich die seit zwei Tagen über uns drohenden dunklen Wolken bisher noch nicht entleert haben. Und hoffentlich bleibt das so!

Eine Rallye gewinnt man nicht im Prolog. Hatte man uns gesagt. Wir haben aber trotzdem gewonnen: jede Menge neue und wichtige Erfahrungen, handfestes Vertrauen in unseren YellowCruiser, Erkenntnisse über den Willen (einiger ganz „harter“ Typen) eine Rallye unbedingt und ohne Rücksicht auf irgendetwas gewinnen zu wollen und nicht zuletzt auch einige neue Freunde. Was will man mehr bei einem Rallye-Debüt?

Da wir beim Prolog – aufgrund unserer zeitigen Anmeldung für die Baja Saxonia – als zehntes Fahrzeug starten durften, mussten wir schnell lernen mit einigen ganz speziellen Herausforderungen umzugehen. Waren auf der einen Seite an manch komplizierter Wegegabelung noch keine ausgefahrenen und die Navigation etwas erleichternde Spuren zu sehen, hatte ich mit einem Auge wachsam den Rückspiegel zu beobachten. Ich musste Ausschau halten nach heran fliegenden Rallye-Boliden, die sich zwar später angemeldet hatten aber 120%ig auf Sieg fuhren. Und aus zutiefst eigennützigem Interesse an unser beider Leben und Gesundheit wollten wir diese entweder sehr erfahrenen oder kopflosen Kollegen natürlich an uns vorbei lassen. Aber damit nicht genug. Das Platzmachen kostete wertvolle Sekunden. Schlimmer noch aber war das was sich danach abspielte: aufgrund der sich nach dem Überholvorgang vor uns aufbauenden undurchsichtigen und nicht wieder weichen wollenden Staubfahne, der wir aufgrund der Streckenführung aber auch nicht ausweichen konnten, mussten wir unsere Geschwindigkeit mehrmals fast bis auf Null reduzieren.

Trotzdem haben wir insgesamt eine ganz gute Linie gefunden und sind letztlich auf Platz 77 von fast 120  Startern gelandet. Nicht das schlechteste Ergebnis für einen Rallye-Auftakt – sagen wir uns.

Und wie gesagt, eine Rallye gewinnt man nicht im Prolog.

Fortsetzung folgt!

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Navigator-Job: Roadbook auswendig lernen
Sammeln vor dem Start
Gleich geht’s los!
Geschafft! Fahrzeuge warten auf Service-Check
Check-Liste: keine Schäden am YellowCruiser!
Mach mal die Masse, Volker!
Rallye Candle Light Dinner
Rallye Junior bei Drift-Übungen im Camp
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