Donnerstag, 9 of September of 2010

Tag » Sand

Jedem sein Paradies!

Wo liegt das Paradies? Diese Frage konnte in der Literatur bisher nicht ganz vollständig geklärt werden. Aber - hier kommt die gute Nachricht für Offroader: wir haben es gefunden! Wenn es ein Paradies gibt, dann liegt es exakt bei N 53 27.427, E 015 49.556 bzw. innerhalb der umgebenden 30×30km², ca. 100km östlich von Szczecin (Stettin) im Nordwesten von Polen. Austragungsort einiger berühmt-berüchtigten Etappen der Dresden-Breslau sowie der MT Series Rally in der vergangenen Woche. Wir waren mit dem YellowCruiser dort und sind einige Roadbook-Strecken der MT gefahren. Noch ohne Wertung, aber ganz klar mit dem Ziel die Grenzen von Fahrzeug und Team auszuloten.

Offroadfreuden pur, Sand ohne Ende, Strecken für jeden Geschmack und jede Geschwindigkeit. Huckelpisten, Tiefsand, Flussquerungen, Wasser und Schlamm ganz nach Bedarf. Und freundliche Menschen! Also nicht nur in den Offroadfahrzeugen. Aber dazu mehr in den nächsten Tagen.

Am Samstag ging’s los. Knapp 6 Stunden Anfahrt bis zum Basis-Camp, im YellowCruiser wie immer eine bequeme Sache. Kurz hinter der Landesgrenze dann die erste angenehme Erfahrung: der Liter Diesel kostet umgerechnet rund 90 Cent. Da macht das Cruisen doch gleich noch mehr Spaß als zuhause! Aber der Anblick der sehr grauen Ortschaften und der deutlich unter dem für uns gewohnten Lebensstandard lebenden Leute dort stimmte uns ziemlich nachdenklich. Und dann noch der Smog, der über allen Orten hing, qualmende Schornsteine aus denen Kopfschmerzen und Magenumdrehungen verursachender Qualm stieg! Garantiert ein Ergebnis aus der Verbrennung von extrem minderwertiger Braunkohle - ganz wie vor über 20 Jahren bei uns in der Gegend um Leipzig und Espenhain. Aber war das bei uns wirklich so schlimm? Von Paradies kann diesbezüglich keine Rede sein, wie eng liegen Freud und Leid doch manchmal beisammen. Und der unaufhörliche Regen machte alles noch grauer und trostloser. Auf jeden Fall brummte uns mächtig der Schädel, als wir hungrig im Camp ankamen.

Und es war kalt in Polen. 3°C am Abend, Regen und Wind ohne Ende. Gut dass wir uns gegen das Zelt und für ein Hotelzimmer im Camp entschieden hatten. Naja, die Bezeichnung Hotel war etwas übertrieben, aber auf alle Fälle ein festes Dach über dem Kopf zum Schlafen und eine warme Dusche. Was will man mehr.

Gleich beim Ausladen ‘überfielen’ uns die männlichen Gäste einer in den Räumlichkeiten des “Hotels” stattfindenden Hochzeitsgesellschaft und wollten sich vor dem YellowCruiser fotografieren lassen. Scheinbar war unser Gelber attraktiver als die hübsche polnische Braut - was ich eigentlich nicht fand ;-). Oder war das sogar der Bräutigam selbst, der seine Braut in Anbetracht des gelben Race-Cars für einige Momente sitzen ließ? Irgendwie stolz ließen wir sie natürlich gewähren …

Leider waren die im “Hotel”-Prospekt angepriesenen Restaurants nicht vorhanden bzw. geschlossen, so dass wir uns nach einem kurzen Besuch beim örtlichen Supermarkt mit einigen Lebensmitteln für ein artgerechtes Abendessen eindecken konnten. Volker war glücklich, dass wenigstens eine bekannte Biermarke verfügbar war, wenn auch eine aus Holland …

Morgen folgt dann hier der Bericht von der ersten Etappe durchs Offroad-Paradies.

Trostlose Ortsdurchfahrt
Alt-sozialistischer Plattenbau
Hochzeitsgäste vor YellowCruiser
Offroader’s Abendmahl

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Strand-Nachlese

Quelle: OFF-ROAD 8/09

Die ABENTEUER & ALLRAD 2009 von Bad Kissingen ist nun schon seit einigen Tagen Geschichte. Ich sitze vor mich hin dösend am Ostseestrand und schaue neidisch auf den örtlichen Strandkorbvermieter, der mit seinem Quad tiefe Spuren in den weißen Sand zieht, während er seine Strandkörbe checkt.  Hier mit dem YellowCruiser durch den Sand zu pflügen wäre sicher ein Traum. Aber nicht opportun - der Naturschutz und die hier Ruhe und Erholung suchenden Mitmenschen verbieten das von selbst.  Ansonsten aber kein schlechter Gedanke, dies zumindest theoretisch in Betracht zu ziehen. Dabei scheint mir doch aber irgendwie verdächtig, dass der Quad-Pilot nicht unbedingt den kürzesten Weg zwischen den Strandkörben sucht. Ganz nach dem Motto, die schönste Verbindung zwischen zwei Punkten ist die Kurve. Sehe ich da gar ein Grinsen in seinem Gesicht, immer wenn er genussvoll und mit viel Gas zum nächsten Strandkorb driftet? Er scheint ziemlich viel Freude bei seinem Job zu haben. Aber so soll es ja auch sein.

Mir bleiben auf jeden Fall heute und hier nur gedankliche Drifts und offroad-Erlebnisse, ganz im Einklang mit Natur und Erholung. Das Lesen der aktuellen Ausgabe der OFF-ROAD sorgt dabei für angenehme Abwechslung und Kurzweil.

Und für eine schöne Überraschung: unser YellowCruiser ist abgebildet! Offensichtlich fand ein Redakteur auf der ABENTEUER & ALLRAD Interesse an unserem Race-Car und brachte somit Bild und Text auf  Seite 12 des beliebten 4×4-Magazins.

Ein erster, kleiner medialer PR-Erfolg? Wie auch immer, die Freude darüber war mir garantiert anzusehen. Und das ganz ohne Drift und Vollgas am Strand.

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