Montag, 18 of Dezember of 2017

Tag » Schlamm

Baja300

baja300-13-00Inzwischen ist die Baja300 Mitteldeutschland 2013 längst Geschichte. Einige Facebook-Verweigerer haben mich angesprochen wie sie denn war die Baja300: „wolltet Ihr da nicht fahren?“. In diesem Moment wurde mir schlagartig bewusst, dass der Blog hier überhaupt nicht up-to-date war! Im Gegensatz zu unserer Facebook-Seite, auf die wir aus dem Fahrerlager aktuelle Informationen und Bilder geladen hatten. Ich hatte in der Vergangenheit auch schon überlegt, ob neben Facebook dieser Blog hier überhaupt noch Sinn macht, schließlich ist es im Vergleich zu Facebook hier schon deutlich anstrengender, Texte und Bilder einzustellen. Geschweige denn interaktiv und zeitnah – also von unterwegs - diese Informationen mit anderen Usern zu teilen sowie Meinungen und Kommentare einzusammeln. Aber es mach doch Sinn und ich gelobe Besserung!

Im Umfeld der Baja300, sowohl davor als auch unmittelbar danach war so viel los, und ich beruflich heftig unterwegs, so dass leider keine einzige Minute Zeit für den Blog hier war. Nur wenige Stunden vor der Baja300 in Berlin von einem anstrengenden Business-Trip aus London zurück gelandet, ging es unmittelbar danach schon wieder weiter. Business as usual, mal zwischendurch eben kurz eine Schlamm-Rallye fahren mit allem Drum-und-dran! Raus aus dem feinen Zwirn, rein in die Rallye- und Schrauber-Klamotten. Und damit Du Dich nicht zu sehr daran gewöhnst, geht’s danach gleich wieder anders herum. Irgendwie ist das wie zwischen zwei Welten hin und her springen - schön aber auch anstrengend. Kleines Highlight und wirklich keine geringe Herausforderung beim Sprung zurück in die Business-Welt nach einem solchen Motorsport-Event: Hände und Fingernägel bitte wieder so sauber wie vorher! Das macht sich nicht gut im Hobbyschrauber-Styling im Kundenmeeting oder gar im Presseinterview zu sitzen …

Aber fangen wir mal von vorne an. Zum Glück hatte ich zahlreiche Wochenenden vor der Baja300 intensiv damit verbracht, unseren Service-Truck und den YellowRacer entsprechend vorzubereiten. So dass sich unser kleiner Konvoi am Himmelfahrtstag recht schnell in Richtung Tagebau in Bewegung setzen konnte. Dem Wetterbericht vertrauend hatte ich natürlich in Erwartung eines trockenen, schnellen Rennens die entsprechenden Reifen aufgezogen. Dies erwies sich unmittelbar bei Ankunft im Tagebau und der Sichtung erster Streckenabschnitte als großer Fehler. Im Fahrerlager steckten LKWs, Wohnmobile und andere Fahrzeuge im tiefschwarzen Schlamm fest und mussten anstrengend geborgen werden. Der Regen hatte alles hier unter Wasser gesetzt und in Erinnerung an vergangene Veranstaltungen sowohl hier im Tagebau oder auch in Polen schwante mir nichts Gutes. Scheinbar gibt es für uns nur die zwei Extreme: entweder die Strecke ist äußerst trocken und (lebensgefährlich) staubig wie in den vergangenen zwei Jahren oder das Rennen wird zur Schlammschlacht.

Dies bedeutete für uns gleich nach dem Aufbau unseres Zeltes und der Anmeldung im Rennbüro einen kompletten Radwechsel.: alle vier Räder und zwei Ersatzräder mit BFGoodrich Baja T/A Reifen gegen Räder mit BFGoodrich MT Reifen tauschen. Immerhin, gefroren haben wir danach erst mal nicht mehr. Und danach kam dann sogar für einige Minuten die Sonne raus! Nach der technischen Abnahme, die auf dem Marktplatz in Hohenmölsen fast volksfestähnliche Stimmung und Umsatzexplosionen bei den umliegenden Gasthäusern und Eisdielen aufkommen ließ, waren wir dann rennbereit und versprühten Optimismus für die kommenden zwei Renntage. Der hielt leider nur bis zu dem Zeitpunkt an, an dem dann unwetterartige Regeschauer und Sturmböen über dem Fahrerlager niedergingen und jede Hoffnung auf ein Abtrocknen der Strecke ertränkte. Es wurde immer feuchter und schlammiger und ganz nebenbei flogen auch noch Zelte in der Größe eines Zweifamilienhausen umher und begruben das eine oder andere Fahrzeug befreundeter Teams – zum Glück nicht unseres.

Nach ausreichend Schlaf ging es dann am Freitagmittag an den Start in die erste Wertungsprüfung. Sechs Runden á ca. 40 km galt es zu absolvieren, wobei besonders trickreich jede zweite Runde ein wenig anders angelegt war. Im Roadbook war alles bestens dokumentiert und wir wussten um die Problematik, trotzdem bogen wir in der vierten Runde falsch ab und wiederholten dummerweise die dritte Runde – dies kostete uns mindestens einen CP und damit eine Stunde Strafzeit! Verdammt, nur eine Sekunde nicht aufgepasst! Das uns das passieren muss! Na hätte ich mal nicht auf den Navigator gehört … ! Nein, ich glaube Peter hat sich in dem Moment noch mehr geärgert als ich und ich hatte genügend mit der schlammigen, rutschigen Strecke und einer extrem eingeschränkten Sicht aufgrund der schlammverschmierten Scheiben rundum zu tun. Blöd nur, dass uns dies gleich wenige Meter nach der falschen Abbiegung aufgefallen war, aber einfach umkehren und gegen die Strecke fahren war auch nicht drin. Das war mir zu gefährlich. Ich war froh, dass unser YellowRacer in dem Schlamm überhaupt meistens das machte, was ich von ihm wollte und nur manchmal Gas geben und pures Hoffen auf ein Vorankommen in die jeweils avisierte Richtung half. So kamen wir ganz gut voran, auch schien die Strecke von Runde zu Runde etwas abzutrocknen. Dafür waren einige Abschnitte schon extrem von den LKWs ausgefahren und uns half hier nur Lenkrad festhalten und maximales Drehmoment an alle vier Räder zu schicken. Erstaunlich, wie gut sich der YellowRacer durch den Schlamm grub!

Im Laufe der sechsten und letzten Runde merkte ich jedoch dann, dass sich der YellowRacer zunehmend schlechter Lenken ließ. Irgendetwas funktionierte nicht wie es sollte, jeder größere Stein oder andere Unebenheit riss mir das Lenkrad aus der Hand und verursachte eine gefährliche, plötzliche Änderung der Fahrtrichtung. Ich musste höllisch aufpassen, dass wir nicht von der Strecke kamen. Als wir dann endlich glücklich durchs Ziel rollten, war die Lenkung so fest, dass sich das Auto fast gar nicht mehr um irgendeine Kurve bewegen ließ. Aber immerhin, wir hatten die erste WP geschafft!

Und das gar nicht so schlecht! Als gegen Mitternacht die Ergebnisse veröffentlicht wurden, glaubte ich meinen Augen nicht - wir waren in unserer Klasse (T1, mache sagen dazu Profi-Klasse …) auf den dritten Platz gefahren. Mit nur 16 Minuten Rückstand auf den Zweiten (Gelder/Heimans auf Bowler Tomcat) und 1:13 auf den Ersten (Koepp auf Lennson CC). Und das alles mit einer Stunde Strafzeit aufgrund des verpassten CP’s. Heißt Platz zwei mit nur 16 Minuten Rückstand auf Platz eins wäre drin gewesen! Wenn … naja lassen wir das.

unser kleines Camp steht

nach der technischen Abnahme - noch ist er sauber …

dann ziehen Unwetter auf

Startaufstellung zur ersten WP (Foto 4×4 Club)

überall Schlamm! (Foto PDT Offroad)

matt braun anstatt glänzend gelb

Rangliste Klasse FIA T1 SCORE nach 1. WP

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Balkan-Offroad: Kamikaze im Gebirge

Dunkle Wolken über dem Camp vor der letzten Etappe der Balkan Offroad Marathon Rallye rund um Ioannina in Griechenland. Der Start der Motorräder und ATVs wurde bereits aus Sicherheitsgründen abgesagt. In den Bergen regne es und es sei wohl extrem rutschig, warnte man die Racecar-Besatzungen im morgendlichen Briefing - kein gutes Zeichen. Nachdem wir die selbst bei trockenen Bedingungen gefährlichen Bergstrecken ja bereits umfassend kennen und respektieren gelernt hatten, malte ich mir in allen erdenklichen Farben aus, wie wohl die Bodenverhältnisse jetzt dort oben über 1.500 m aussehen würden und wie jeder auch nur kleinste Fahrfehler tödlich enden könnte. Sollen wir hier wirklich zum Gerbirgskamikaze antreten? Immerhin standen als Wertungsprüfung ca. 70 Kilometer fast reine Offroad-Strecke an. Keine angenehme Entscheidung. Andererseits, wir sind bis hierher gekommen und man will ja auch nicht gerade als Warmduscher in die kleine Szene eingehen. „Nur die Harten kommen in den Garten“ – das war wohl Thilos (auf silbernem Mercedes G Streitwagen) einziger Kommentar zu dieser Frage. Vor dem Start vereinbarten wir jedoch innerhalb der vier deutschen Fahrzeuge (3x Mercedes G, Toyota YellowCruiser), dass wir möglichst einigermaßen zusammen leiben wollten, um uns im Notfall zu helfen. Heute würde sowieso niemand mehr auf einen Medaillenrang fahren. Durchkommen ist jetzt alles; also olympischer Gedanke eben. Ach so, wir sind ja auch im Geburtsland der olympischen Idee.

Also fuhren wir an den Start – und es wurde noch schlimmer als befürchtet. Nach wenigen Kilometern waren wir in den Wolken – Nebel voraus und von oben kam endlos Wasser! Sichtweite weniger als 50 Meter. Höchste Konzentration, vier Augen starrten nach vorn in den Wasserdampf und versuchten den Streckenverlauf zu erspähen. Geht es nun nach rechts in den sicheren Tod oder nach links? Hoffentlich kommt uns jetzt nicht auch noch ein Holztransporter ohne Licht entgegen, keine Seltenheit während der letzten Tage. Der rotbraune, vom strömenden Regen durchweichte schlammige Weg bot (k)eine Haftung wie flüssige Seife. Bremsen? Lieber nicht. Manchmal musste es aber doch sein und so gingen meine Stoßgebete lautlos mehrfach in Richtung des für unser ABS zuständigen Technikgottes und dessen Erfinder überhaupt. Allerdings legte sich die rotbraune Soße auch zwischen Bremsscheiben und Bremsbeläge, so dass hier noch irgendeine andere unsichtbare Macht mitspielte - und uns aber letztlich wohl gesonnen war. Einige wenige Kilometer Asphalt etwa in der Mitte der Etappe verhalfen dann ein wenig zu entspannen und durchzuatmen, allerdings galt es hier zwischen plötzlich hinter der Kurve auftauchenden – und hoffentlich liegen bleibenden – Baumstämmen hindurch zu zirkeln. Wie Thilo am Morgen eben sagte: nur die Harten kommen in den Garten. Apropos, Thilo war nach einigen Kilometern von unserem Radar – meint Rückspiegel – verschwunden und wir machten uns erhebliche Sorgen. Glücklicherweise wurde er ‚nur’ durch einen Reifen- und Felgenschaden aufgehalten. Radwechsel im strömenden Regen und Nebel im Hochgebirge und ohne festen Bodenhalt – sicher gibt es schönere Beschäftigungen …

Am Ende waren alle ersichtlich glücklich, die Etappe doch ohne ernsthafte Schäden absolviert zu haben. Ein weiterer Glücksmoment bot sich dann für alle deutschen Teams mit dem Finden einer Waschgelegenheit zum Säubern der Fahrzeuge ohne sofort vom Eigentümer oder Pächter verjagt oder verprügelt zu werden – wie man das so von zuhause kennt. So gesäubert und mit Deutschlandfahne bestückt ging es dann zum letzten Mal zurück ins Rallye-Camp.

Unsere Platzierung? Ach so, da war ja noch was. Man fährt ja eine Rallye im stetigen Kampf gegen die Zeit, gegen die Wettbewerber und letztendlich gegen die Rangliste. Das war für uns nicht wirklich wichtig. Wir wollten im Ziel ankommen und das haben wir geschafft. Natürlich haben wir auch eine Platzierung: von den letztlich im Endziel angekommenen 25 Fahrzeugen haben wir Platz 17 erreicht. Hinter und auch vor erfahrenen Rallyeteams die – anders als wir - diesen aufregenden Sport in der Regel seit Jahren und regelmäßig betreiben! Etliche Teams waren bereits vorher mit ihren Fahrzeugen ausgefallen oder hatten das Handtuch geworfen und das Rennen schon beendet. Ohne unser böses Missgeschick gleich zur ersten Etappe wäre eine Platzierung sicher unter den ersten Zehn möglich gewesen. Wäre …

Und mein Gast-Navigator? Hat sich wacker geschlagen. Natürlich gab es Fehlentscheidungen, aber die gab es bei den anderen auch. Und es gab auch zahlreiche eklatante Fehler im Roadbook. Da kann man schon mal falsch abbiegen. Schön ist, wenn man auch dabei Spaß hat – und den hatten wir. Jeden Tag, jede Stunde und jeden Kilometer!

Und dass unser YellowCruiser auf diesen fast 2.000 Kilometern Extremstrecke keine ernsthaften Probleme bereitet hat ist für mich eine Sensation. Kein einziger Reifenschaden, kein Fahrwerkteil ist gebrochen. Niente, nothing, nichts. Einzig die ausgeschlagene Lenkung macht sich im Gelände durch Klappern bemerkbar. Sicher müssen wir nach der Rückfahrt in Ruhe alles noch einmal durchsehen und auf Schäden prüfen. Aber wir können auf Achse zurück nach Deutschland fahren!

Gute Stimmung am Morgen, …
… doch dann starker Regen am Start
Bloß nicht abrutschen!
Holz von links!
Endlich geschafft!
Haste mal ‘ne Schlauchschelle?
Siegerehrung …
… und alle haben gewonnen.
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Baja Saxonia: 35. Platz!

Geschafft! Nach zwei Wertungsprüfungen sind wir ohne größere technische Schäden durchs Ziel der 3. Baja Saxonia gerollt!

Die erste Etappe fing am Freitag sehr viel versprechend an, zwar war es ungewöhnlich kalt für Mitte Mai aber zum Glück hielt sich der Regen (noch) zurück. Die Strecke war somit gut fahrbar und bestand aus schnellen zu fahrenden Wegen und Schotterpisten aber auch aus sandigen und sehr welligen, steinigen und garantiert Material mordenden Abschnitten. Kein Grund zur Klage, dies hatten wir irgendwie erwartet. Da im Gegensatz zum Prolog vor uns doch schon einige Fahrzeuge mehr gestartet waren, war die Navigation nicht zu kompliziert. Die vielen vor uns fahrenden Fahrzeuge hatten eindeutige Spuren auf der Piste hinterlassen und das Roadbook diente zunehmend zur Bestätigung und zur Vorbereitung auf unerwartete Abbiegungen oder andere Überraschungen. Allmählich begann es dann jedoch zu Regnen und die Strecke wurde zunehmend rutschiger. Erste Teams kamen nicht mehr durch den Schlamm, LKWs blieben an Steigungen stecken.

An einer Steigung, kurz nach dem Beginn unserer dritten ca. 20 km-Runde, kam es dann unmittelbar vor uns zu einem folgenschweren Unfall. Ein verletzter  Teilnehmer, der wohl von einem LKW übersehen und angefahren wurde, musste leider mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden. Eine ziemlich bedrückende Situation für uns, keiner wusste genau was wirklich passiert war und wie ernst die Situation für den Verletzten war. Den Gesichtern der sehr schnell an der Unfallstelle eintreffenden Ärzten und Orga-Leute konnte man aber deutlich den wohl bestehenden Ernst der Lage ansehen. Erinnerungen an Berichte von der DAKAR mit Toten oder schwer Verletzten kamen auf und die Befürchtung, dass sich hier etwas Ähnliches abgespielt haben könnte. Natürlich mit allen Konsequenzen für das hiesige Event aber auch für den Offroad-Motorsport insgesamt. Etwas schockiert waren wir dann jedoch, als der unmittelbar neben uns landende und bald darauf wieder mit dem Verletzten abhebende Rettungshubschrauber von einigen Teilnehmern offensichtlich als interessanten Foto- oder Video-Motiv entdeckt wurde. In Folge des Unfalls und möglicherweise auch in Anbetracht des Wetters und dessen Auswirkungen auf die Befahrbarkeit bzw. Gefährlichkeit der Strecke ließ die Orga aber dann die Etappe abbrechen. Glücklicherweise wurden wir am späten Abend beim Fahrerbriefing informiert, dass der Verletzte außer Lebensgefahr sei und dass das Rennen am nächsten Tag - mit einigen Streckenänderungen in Anbetracht des Regens - weiter gehen wird.

Trotzdem entschieden einige Teams am nächsten Tag nicht zu starten. Diese Entscheidungen aber auch einige explizite Hinweise der Orga auf sehr glatte Streckenabschnitte brachten uns am späten Abend schon etwas zum Grübeln. Aber jetzt aufgeben? Nein, dafür waren wir nicht hier. Die Zahl derer, die am nächsten Tag starten wollten, war deutlich größer als die Zahl der Abbrecher und damit war unsere Entscheidung klar - wir starten zur zweiten Etappe! Unser Platz nach der ersten Etappe war übrigens Nr. 49. Und damit waren wir mehr als zufrieden.

Nach einer weiteren sehr kalten und lauten Nacht im Fahrerlager reihten wir uns gegen Samstagmittag in die Reihe der Starter zur zweiten Etappe ein. Die ersten drei Runden der Strecke, die nicht weniger anspruchsvoll war als die des Vortages, waren schnell und ohne Probleme gefahren. Die tiefer und tiefer zerwühlten und nicht großräumig umfahrbaren Schlammabschnitte in zwei Waldpassagen aber auch auf einer riesigen sumpfartigen Wiese machten uns jedoch zunehmend Angst, dass wir uns garantiert irgendwann hier fest fahren würden. Gleichzeitig wurde aber unser Kampfgeist wach. Und mit jeder dann doch erfolgreichen Vollgas-Durchquerung dieser Abschnitte unter Einsatz beider Sperren wuchs unser Respekt vor der Kraft und Traktion, die unser YellowCruiser in unaufhörlichen Vortrieb umsetzte.

Im Verlaufe der fünften Runde schien mit dem plötzlichen Aufleuchten einer roten Warnleuchte der kraftvolle Vortrieb doch noch unverhofft enden zu wollen. Schrecklich! Die Warnleuchte signalisierte eine überhöhte Temperatur des Automatik-Öls und ich befürchtete Schlimmes für die verbleibenden Kilometer. Letztlich forderte die Warnleuchte zum Glück aber nur eine deutliche Entlastung und Abkühlung des Getriebes, was wir auf den langen und geraden Streckenabschnitten realisierten konnten, indem wir unser Triebwerk nicht zu stark forderten und eher mit wenig Druck aufs Gaspedal eine einigermaßen erzielbar hohe Geschwindigkeit zur Kühlung des Aggregates wählten. Dieses Problem beschäftigte uns kontinuierlich bis zum Schluss der Etappe, die damit allerdings dann wie im Fluge verging. Ziemlich abgekämpft aber dennoch hocherfreut rollten wir dann nach sechs Runden und einer Fahrzeit von ca. 4,5 Stunden ohne technische Probleme durchs Ziel. Aus dem 41. Platz für die zweite Etappe entwickelte sich dann in der Gesamtwertung insgesamt der 35. Platz, was uns schon etwas stolz machte. Immerhin haben wir damit mehr als 60 Teams hinter uns gelassen, darunter garantiert Teams mit deutlich mehr Rallye-Erfahrung und teilweise technisch weit überlegenen Fahrzeugen.

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Zweikampf
Unimog im Tiefsand
YellowCruiser …
… mit Schlammkruste
schneller Waldtransporter

Am CP
Freude am Ziel
Autowäsche am Tagebau
Abendessen und Abschied
Siegerehrung
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Don’t call it ‘coffee’!

Kaffee? Bitte nachbessern!

Letzter Tag im polnischen Offroad-Paradies. Natürlich wollen wir es zum Schluss noch mal gehörig krachen lassen. Aber zu viel nun auch wieder nicht. Sind wir doch bis hier ohne nennenswerte technische oder medizinische Probleme gekommen, so wollen wir jetzt so kurz vor Schluss den YellowCruiser nicht noch ernsthaft kaputt machen oder gar schrotten.

Andere Offroader im Team waren leider vereinzelt vom Pech verfolgt, angefangen von einem wohl liebestollen Hirsch, der offensichtlich die Flanke eines Defenders mit seiner Braut verwechselte (=Glasbruch), über einige Reifenschäden bis hin zu Motorausfällen. Also wollten wir den Teiletod nicht unbedingt noch auf der letzten Etappe herausfordern. Und wir mussten ja auch noch auf eigener Achse die knapp 500 Kilometer bis nach Hause zurücklegen.

Trotzdem war es geländemäßig ziemlich anspruchsvoll, Regen und schwarzer Lehmboden hatten sich gegen uns verbündet. Einige hatten jedoch ihre helle Freude beim Sprung in die Pampe und anschließendem Herauswinchen, wobei wir uns aus oben genannten Gründen etwas zurück hielten. An einer ziemlich ‘bösen’ Kuppe kam es dann doch zum bewussten Krachen, zumindest meldete sich irgendetwas mit lautem Knall von unten. Bei der späteren Schadensbegutachtung zeigte sich dann das Übel: beide hinteren Achsfangbänder waren gerissen! Kein Problem fürs Weiterfahren, aber irgendwie trotzdem ein ungutes Gefühl. War der Sprung über die Kuppe und die entstehenden Kräfte so mächtig, dass die dicken Drahtseile reißen? Oder ist das doch schon irgendwo vorher passiert? Hätte es uns - wenn die Fangbänder nicht gewesen wären - sonst gar die Hinterachse abgerissen? Puh, irgendwie schien das noch mal gut gegangen zu sein, die Achsfangbänder lassen sich einfach auswechseln.

Scheinbar ganz nebenbei hat es auch noch beide Nebelscheinwerfer in der ARB-Stoßstange erwischt - Glasbruch. Aber das war dann auch schon die Schadensbilanz für die gesamte Polen-Tour. Es hätte durchaus schlechter kommen können.

Auf der Rückfahrt gab es zusätzlich noch ein für Offroader sehr erwähnenswertes, positives Erlebnis. Nach dem Verlassen des schlammigen Geländes steuerten wir in der Stadt Walcz eine Tanke mit Waschbox an, um den größten Dreck loszuwerden. In Deutschland, so zeigt die traurige Erfahrung, sind in der Umgebung von Offroad-Veranstaltungen normalerweise sämtliche Waschboxen zugenagelt - (berechtigte …) Angst der Tankstellen- oder Waschplatzbesitzer vor massenhaft Schlamm und Dreck. Anders bei der ORLEN-Tankstelle in Walcz - man ließ uns gewähren, war sehr freundlich uns zuvorkommend! Und als wir fertig waren, kam ein freundlich lächelnder Servicemitarbeiter mit Besen und Schaufel zum Zusammenkehren der Schlammrückstände in der Waschbox! Das wäre bei uns unvorstellbar! Als wir uns bei Mr. Service dafür mit einem ‘Pfund’ bedanken wollten, schien er sogar beleidigt und weigerte sich, den Schein anzunehmen. Schade, aber auf jeden Fall war das ein super Service und die Tanke ist jedem zu empfehlen der in der Nähe ist. Also Offroader, wenn Ihr in Nordwestpolen Kraftstoff bunkern müsst, fahrt nach Walcz zu ORLEN (N 53 27.6289, E 16 48.6078)!

Ende Gelände - das war’s dann für uns im polnischen Offroad-Paradies. Insgesamt hatten wir viel Spaß und anspruchsvolle Etappen. Wir haben interessante Leute kennen gelernt und konnten die Grenzen des YellowCruisers wahrhaft erfahren. Mit vielen Endrücken im Kopf und natürlich mit dem festen Plan zur Teilnahme an der MT Series Rallye (www.mtrally.pl) im nächsten Jahr ging es dann nach Hause.

Fazit: Fünf super Tage, jederzeit wieder und jedem zu empfehlen.
Nur eines können die Freunde in unserem östlichen Nachbarland wirklich nicht: Kaffee.

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Dear MT Series Team - dear Tomasz and Moli ,

This is to say thank you for your support and hospitality. It was a great pleasure and a very good experience to meet you guys and to ride our YellowCruiser on your rally tracks. Except the ’sight seeing’ (I’m sure, you know what I mean) it was a perfect event and we enjoyed every mile.

PS: Only one little thing, please - the warm brown liquid stuff  - don’t call it ‘coffee’! ;-)

See you next year!

Thomas & Volker

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Dichter Wald, Schlamm …
… und hohes Gras
Achsfangband vorher …
… und nachher :-(((
Lampenglas kaputt
Danke …
… Tanke!
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