Donnerstag, 9 of September of 2010

Tag » Sicherung

Rausoperiert

Operation gelungen, der YellowCruiser schnurrt wieder! Dies nur um das Ergebnis vorweg zu nehmen.
Und das ganz ohne Handbuchlesen! ;-)

Fangen wir aber von vorne an. Nach dem letzten Wochenende ging nix mehr - Hauptsicherung durchgebrannt. Unser Verdacht, dass diese spezielle Sicherung irgendwie anders ist als die anderen, wurde vom freundlichen Toyota-Händler bzw. von dessen Servicemeister beim Kurzbesuch vor Ort bestätigt. Die Sicherung - die ja nie kaputt geht (!) -  sei geschraubt und zum Lösen der Schrauben müssen die ‘Innereien’ des  Sicherungskastens komplett herausoperiert werden. Ja richtig, herausoperiert! Das machen die bei Toyota auch nicht gerne, sagt der Servicemeister, weil schrecklich kompliziert. Man brauche vier Hände und vier kleine Schraubenzieher zum gleichzeitigen Drücken gegen vier Plastik-Clips und einige weitere starke Hände, die - ohne dass man richtig zufassen kann - dann das Ding irgendwie herausziehen. Na das klang ja schon super (de)motivierend! Zum Gück war aber noch eine der benötigten Sicherungen auf Lager (ziemlich teuer!), so dass einem Operationsevent am heutigen Sonnabend nichts im Wege stand. Dabei zeigte sich auch das Wetter von seiner besten Seite, so dass unser Erfolg eigentlich schon beim Öffnen der Motorhaube garantiert war.

Erst mal die Batterie abklemmen - nicht dass etwa eine Sicherung durchbrennt! Oder noch besser, am besten ganz raus mit der Batterie - dies schafft viel Bewegungsfreiheit. Nachdem wir dann das mit den vier Schraubenziehern irgendwie ohne ernsthafte Verletzungen hinbekommen hatten, war aber natürlich keine Hand mehr frei zum Ziehen. Und selbst wenn, wo anfassen? Aber nach einigem Hin und Her ließ sich der Kasten dann so nach und nach aus seiner Behausung herausrütteln. Jetzt kam auch schon eine kleine Schraube zum Vorschein, mit welcher der Sicherungsfuß auf der einen Seite angeschraubt war. Wie jetzt aber an die andere Seite des Sicherungsfußes kommen? Der innere Sicherungskasten musste noch weiter demontiert werden, und als ob wir es schon geahnt hätten - es gab weitere Plastik-Clips in die man gleichzeitig mit dem Schraubenzieher … naja und so weiter. Schließlich hatten wir uns nach geraumer Zeit an beide Befestigungspunkte der Sicherung herangearbeitet und konnten sie jetzt endlich abschrauben und herausziehen.

Neue Sicherung rein, alles wieder zusammen-CLIPSEN, Batterie rein und anklemmen - fertig!

Puh, hoffentlich brennt uns diese Sicherung nie wieder durch! Obwohl, jetzt wo wir wissen wie es geht, wird uns das nächste mal garantiert etwas anderes ärgern. Scheinbar geht diese Sicherung aber wirklich “nie” kaputt, denn auf meine Frage im Buschtaxi-Forum nach Hinweisen wie die Sicherung befestigt ist, gab es keinerlei Antwort. Scheinbar weiß das wirklich niemand - außer uns.  Und der freundliche Servicemeister natürlich, aber der zählt hier ja nicht.

Und alles ist wieder gut … :-)

Wo ist die vierte Hand?   Na an der Kamera …
Fast geschafft.
Draußen ist der Kasten!
Da (<) ist eine Schraube …
… und hier (<) die andere.
Endlich ist der Zahn rausoperiert!
So ein kleines Ding macht so viel Ärger!

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Wir sind doch keine Handbuchleser!

Also das war wieder ein Sonntag! Regen ohne Ende und Volker und ich hatten uns genau für diesen Tag schon lange einige Elektro-Umbauten vorgenommen. Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur unangemessene Kleidung - aber im Regen auch noch mit Strom hantieren, sowie in, unter und über dem YellowCruiser herumzuklettern macht dann doch irgendwie keinen Spaß. Was soll’s, ein Carport bot uns etwas Schutz vor direkter Nässe von oben, aber ein kräftiger Wind sorgte auf alle Fälle für konstante Feuchtigkeit auch unter dem Dach. Egal, wir wollten nur mal ’schnell’ einige Relais für die Fernscheinwerfer sowie die Interkom für die Helmkommunikation anschließen. Sicher keine große Sache und bis zum Kaffeetrinken im Kreise der Lieben würden wir garantiert fertig sein.

Diverse Verkleidungen im Innenraum waren schnell abmontiert - ich staune, dass die Verschraubungen und Kunststoff-Clips überhaupt noch halten. So oft wie ich diese in den letzten Monaten schon ab- und angebaut habe um Kabel, diverse Sicherungskästen, Antennen und irgendwelche Elektronikmodule für Offroad- und Onroad-Navigation, Telematik, Freisprecheinrichtung usw. ein- bzw. auszubauen. Aber dafür sind die Verkleidungen und Abdeckungen jetzt in Bestzeit ab. Gefühlte 2 cm dicke Kabel durch ein 5 mm Loch, an das man nur kopfüber, ausschließlich mit der linken Hand und ohne dabei auch nur irgendetwas zu sehen herankommt, in den Motorraum durchführen - auch das gelang uns ohne nennenswerte Probleme oder Kollateralschäden. Relais anbringen und anschließen. Fertig, das war’s. Einschalten.

Blitz, Qualm, Finsternis …

Verflucht, irgendwas war wohl falsch angeschlossen. Kann ja mal passieren dachten wir, Sicherungen sind bei Bedarf schnell gewechselt. Der Qualm kam aber aus einem Ding, das keine Ähnlichkeit mit den üblichen Kfz-Sicherungen hatte: ein kleiner weißer Kasten mit Sichtfenster, ca. 2,5 x 1,5 x 2,5 cm. Montiert im Sicherungskasten und in dessen Deckel als Sicherung Nr. 65 “ALT” bezeichnet. Aha, also eine Sicherung, nur größer als die üblichen Kfz-Stecksicherungen. Auf dem Deckel konnten wir lesen 120A. Wow, 120 Ampere? Ziemlich viel, da muss es ja ganz schön geraucht haben im Kasten. Unsere Fehleranalyse brachte das Problem recht schnell ans bereits schwindende Tageslicht; die Relais waren falsch angeschlossen. Wir hätten wohl doch die Dokumentation vorher konsultieren sollen anstatt diese Dinger ‘wie immer’ anzuschließen. Aber wer liest schon Dokumentationen, Bedienungsanleitungen oder Handbücher? Das machen ja wohl nur Anfänger, Schattenparker und Bergaufbremser! Wir sind doch keine Handbuchleser!

Jetzt schnell die 120A Sicherung ziehen und am nächsten Tag beim freundlichen Toyo-Händler eine Ersatzsicherung organisieren - fertig. Aber das Ding ging nicht raus! Ließ sich nicht einen Zehntelmillimeter bewegen! Zange? Schraubenzieher? Alles Fehlanzeige. Da standen wir nun ratlos vor dem Sicherungskasten des YellowCruisers und mussten das Handtuch werfen! Der Abend nahm seinen Lauf und an das familiäre Kaffeetrinken war sowieso nicht mehr zu denken. Nach unzähligen Versuchen kam die Erleuchtung - oder zumindest eine vage Vermutung: möglicherweise ist die Sicherung von unten geschraubt! Macht ja auch Sinn bei 120A, solch hohe Ströme lassen sich schwer über Steckkontakte leiten, die offen im Motorraum auch noch der Korrosion ausgesetzt sind. Also wie jetzt an die eventuelle Verschraubung oder anderweitige Befestigung der Sicherung herankommen? Den gesamten Sicherungskasten ausbauen? Dieser hängt am Kabelbaum und lässt sich leider nicht drehen, damit man von unten an die Kontakte der Sicherungen heran kommt. Was passiert eigentlich, wenn eine solche Sicherung unterwegs, also weitab jeglicher Zivilisation durchbrennt? Sicher gibt es einen Trick, irgendwie gleichzeitig mit 5 Schraubenziehern in die Befestigungsclips des Sicherungskasten-Einsatzes drücken und mit der dann noch freien Hand (??) den Einsatz ganz einfach herausnehmen …

Fragen über Fragen. Aber deren Beantwortung haben wir als der Sonntag dann fast um war verschoben auf die folgende Woche und auf einen Besuch beim Toyo-Händler. Ach ja, und den YellowCruiser haben wir auch erst mal beiseite schieben müssen.

Na dann bis zum nächsten fröhlichen Bastelsonntag - und ab jetzt immer schön ins Handbuch schauen …

Der Sicherungskasten

Das Corpus Delicti

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