Samstag, 21 of Oktober of 2017

Tag » Winde

Abgespeckt!

Den ganzen Sommer über war es ja ziemlich ruhig und einsam hier im Blog, trotzdem liefen aber einige Aktivitäten im Hintergrund. Da war vor allem der Umbau unseres YellowCruisers - Mission “Weg mit dem Hüftspeck!”. Und noch einige andere Punkte standen im “Lastenheft”, fast 20 Punkte umfasste meine Liste an toDos und Änderungen. Die wichtigsten Aufgaben jedoch waren das Versteifen und Verstärken von Rahmen und Karosserie bei gleichzeitiger Gewichtsreduzierung. Die Quadratur des Kreisen? Fast, aber doch machbar wie sich zeigt.

Wir hatten während der in den letzten zwei Jahren gefahrenen Rallyes massiv das Gewicht unseres Fahrzeuges - insbesondere auf der Vorderachse - zu spüren bekommen. Die vorderen Federn und Dämpfer schlugen bei tieferen Wellen zunehmend durch und gleichzeitig schrammten die riesigen Räder in den Radläufen und bahnten sich dort ihren zerstörerischen Weg. Gleichzeitig wirkten sich die Stöße auch auf Rahmen und Karosserie aus, erste Brüche taten sich auf - der japanische Stahl wurde “weich”. Uns wurde schnell klar, die schwere Stoßstange mit Winde an der Front des YellowCruisers half zwar in vielen Situationen, sorgte aber gleichzeitig für langsamere Fahrt und eine schleichende Zerstörung am Auto. Was tun?

Gleich nach der Baja Saxonia fasste ich daher den weitreichenden Entschluss zur aufwendigen Totaloperation mit dem Ziel einer drastischen Gewichtsreduzierung. Also am YellowCruiser, wo sonst! Die Mannen um Matze Krüger von DAKTEC haben einige Zeit und Ideen investiert und einen Großteil meiner Wunschliste bzw. des “Lastenheftes” abgearbeitet. Das Ergebnis steht seit drei Tagen wieder im heimischen Rennstall und wartet darauf, bei der MT Series Rallye (Polen) in zwei Wochen von der Kette gelassen zu werden. Und wie der an der Kette zerrt!

Die wesentlichen Überarbeitungen, vor allem hinsichtlich Stabilität, Gewicht und Fahrverhalten sind:

  • ARB-Windenstoßstange entfernt (Stahl & schwer)
  • Original-Landcruiser Frontschürze gekürzt und verstärkt (jetzt leicht)
  • 2 Blei-Batterien weiter hinten positioniert (hinter die Sitze)
  • Wischwasserbehälter weiter hinten positioniert (hinter die Vorderachse)
  • Windenseil aus Stahl getauscht gegen Nylonseil
  • Rahmen komplett verstärkt (dabei wurden gleich neue Aufnahmen für den Wagenheber angeschweißt)
  • Karosserie im vorderen Bereich versteift
  • Bodylift
  • Neues Fahrwerk (Dämpfer und Federn vorn und hinten)
  • Kleinere Bereifung

Nun, wir werden in wenigen Tagen sehen, wie gut das “Lastenheft” erfüllt worden ist und wie agil und leichtfüßig sich unser YellowCruiser nach der Fitness- und Verjüngungskur hoffentlich durch die polnische Steppe bewegt. Erste Tests im Gelände zeigen schon ein deutlich besseres Fahrverhalten.

Derweil durfte ich mich auch wieder im Folieren der Karosserieteile üben, die nach den Blessuren der Baja Saxonia ausgewechselt wurden. Zum Glück gibt es dafür inzwischen Gebrauchtteile, die Kollegen von Toyota rufen dafür ja wie immer unglaubliche Preise auf. Nicht einfach, das Folieren zum Beispiel bei der Frontschürze, die in jede Richtung diverse Krümmungsradien aufwirft. Versuch’ mal einen Ball in Papier einzuwickeln, ohne dass Falten und Knitter entstehen …

Rahmen und …
Karosserie wurden getrennt
Dann alles verstärkt und versteift
und die Karosserie leicht geliftet
neues Fahrwerk hinten
neues Fahrwerk vorn
Aufnahmen für Wagenheber
geänderte Achsfangbänder

neuer Platz für Batterien

schwere Stoßstange alt

leichte Stoßstange neu

leichteres Windenseil aus Nylon

Lüfter für Automatikölkühler

große Reifen alt

kleinere Reifen neu - mehr Platz zum Einfedern

  • Facebook
  • Share/Bookmark

Baja Saxonia: 2. Etappe & Gesamt

Am Ostersonntag gegen Mittag startete die zweite und letzte Etappe der Baja Saxonia 2011 bei sehr sonnigen und warmen Wetter. Die bereits am Vormittag von der Strecke zurückkehrenden Motorrad- und Quad-Fahrer berichteten von einer sehr schnellen Etappe. Schlamm oder Wasserlöcher, die es im Vorjahr zur Genüge gab, waren aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit nicht vorhanden. Somit gab es entweder tiefen, weichen Sand oder trockene, festgefahrene Wege. Sicher hatte der Autor des Roadbooks für diese Etappe wieder mindestens eine kleine “Gemeinheit” eingebaut, so wie es am Vortag ein etwas versteckter CP war, der nur bei sehr genauer Einhaltung eines Kompasskurses zu finden war. Wir waren eines von nur sehr wenigen Teams, die diesen CP gefunden hatten, was ja Ursache für unsere unerwartet gute 7. Platzierung im Ergebnis der ersten Etappe war. Unser darauf natürlich berechtigt stolzer Navigator Peter hätte sich am liebsten von einem im Fahrerlager anwesenden Werbeunternehmen “CP-Finder” oder “Ich hab alle CP’s gefunden!” auf sein T-Shirt drucken lassen.

Vielleicht davon etwas zu stark motiviert gingen wir gleich zu Beginn der zweiten Etappe einen Kompasskurs zu leichtfertig an. Im tiefen Sand, optisch eine Mischung aus Sahara-Dünen und sibirischem Birkenwäldchen, wurde es ziemlich eng und als der ausgefahrene Weg plötzlich weg war meinte Peter, der inzwischen ausgestiegen war um sich einen besseren Überblick über die Lage zu verschaffen, dass ich einfach mal so mit unserem gut 2,3 Tonner über einen Dünenkamm hüpfen sollte, um unten wieder auf einen ausgefahrenen Weg zu kommen. Ja nix war mit hüpfen, wir saßen komplett auf Sand und alle Räder drehten ganz nach Lust und Laune mal hier und da durch. Die Räder, die nicht in der Luft hingen, gruben uns dann noch tiefer in unsere verzweifelte, aussichtslose Lage ein. Peter begann sogleich wie wild hier und da mit der Schaufel zu graben und hoffte uns somit zu befreien. Er hat wirklich gekämpft und gegraben wie ein Mann - als wollte er seine Entscheidung hier so tief wie möglich eingraben, jedoch vergeblich. Musste uns die Winde wieder mal helfen? Leider hatten wir keine Zeit zu warten, bis aus den rund um uns stehenden, dünnen Birken mal stattliche Bäume geworden sind. Keine Möglichkeit zum Ansetzen der Winde, bis auf eine wenigstens etwas dickere Tannengruppe - aber gleich beim ersten Versuch zog es nicht etwa unseren YellowCruiser zur Tanne, sondern die Tannen kam schön langsam auf mich zu. Umsonst, Bäume fällen wollten wir hier eigentlich nicht!

Zum Glück erschien wie gerufen ein Unimog auf dem etwa drei Meter unter uns befindlichen Weg und stoppte als wir winkend auf uns aufmerksam machten - Windenseil eingehangen und nach wenigen Sekunden hatten auch wir wieder einigermaßen festen Boden unter den Rädern. Trotzdem, so 15 bis 20 Minuten waren verloren. In der dritten Runde dann ein gewaltiges Feuer vor uns, schwarzer Rauch und riesige Flammen stiegen auf. Einige Fahrzeuge hielten bereits. Eines der führenden ORC-Teams hatte sich überschlagen und das Fahrzeug war wohl nur Sekunden nach dem Überschlag sofort in Flammen aufgegangen. Zum Glück konnte sich das Team in letzter Sekunde und ohne ernste Verletzungen retten. Das Feuer sah gewaltig aus, der erste Eindruck war hier brennt eine Tankstelle! Inzwischen schlossen weitere Teams von hinten auf und auch Feuerwehr und Rettungskräfte rückten an. Jedoch war von dem brennenden Mercedes G nichts mehr zu retten, nur ein ausgebrannter Klumpen blieb übrig. Ganz schön krass - da macht man sich schon so seine Gedanken über das was wir hier so treiben …

Das Rennen wurde hier angehalten, ging aber nach einigem Warten - schätzungsweise 30…40 Minuten - wieder los. Die Rennunterbrechung sollte uns dann später jedoch noch ganz schön zu Schaffen machen, Thema Reglement …

Während der folgenden drei Tagebau-Runden häuften sich mehr und mehr Fahrzeuge, die mit technischen Defekten wie zum Beispiel komplett abgerissenen Rädern am Streckenrand standen. Ich drückte die Daumen, dass unser Toyo senkrecht und haltbar über die Strecke kommt. Abgesehen von diversen Streckenabschnitten mit Sichtweiten zwischen 50 und Null Metern aufgrund schwarzer Kohlestaub- oder Sandwolken, was einige wohl geisteskranke Teams nicht von riskanten Überholmanövern bei voller Geschwindigkeit abhielt, gab es zum Glück keine größeren Probleme.

Am Ende des Rennens fuhren wir ca. fünf Minuten nach 19:00 Uhr durch den letzten CP und nur eine Minute später durch’s Ziel, wobei man uns und all den vielen noch nach uns ankommenden Teams dort ganz relaxt mitteilte, das das Rennen planmäßig 19:00 beendet wurde. Hallo, wie bitte? Da stehen wir ewig an einer Unfallstelle, kommen dann gut durch die gesamte Etappe und dann fehlt uns plötzlich einfach mal so völlig unverschuldet ein CP (=eine Stunde Strafzeit) und die Zieldurchfahrt (= noch eine Stunde Strafzeit). Das ist ja wohl der Hammer! Großzügig hat man allen Teams 44:30 Minuten Zeitbonus für die Rennunterbrechung gutgeschrieben, aber uns und über dreißig weiteren Teams - also fast die Hälfte der bei dieser Etappe noch im Rennen befindlichen Teams -hat man quasi vor der Nase das Rennen beendet und die Strafzeiten auferlegt. Pech gehabt, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Wir - und auch sehr viele andere Teilnehmer, darunter echte “Rennhasen”, ja sogar Leute der ORGA sowie Mitglieder der Rennleitung selbst (!) - fanden diese Entscheidung massiv unsportlich, zumal es vom Veranstalter dazu weder im Verlaufe des Rennens noch danach eine offizielle Information gab.

Mit all den Strafzeiten kamen wir in der zweiten Etappe auf Platz 35, was ja grundsätzlich auch nicht so schlecht ist. Ohne die zwei Strafstunden sähe das aber noch deutlich besser aus. Als dann fast gegen Mitternacht die Gesamtergebnisse, also zusammengefasst aus erster und zweiter Etappe, veröffentlicht wurden, konnten wir uns trotzdem riesig und unerwartet über einen 13. Platz freuen!

Platz 13 bei dieser hochkarätigen Konkurrenz und dem riesigen Teilnehmerfeld! Etliche “alte Hasen” mit richtig hochgezüchteten Fahrzeugen, riesigen Service-Crews, tonnenweise Material im Team-eigenen Service-Truck und finanziellem Background in Größenordnungen über unserem Anfänger- und Low-Budget-Niveau, hatten wir mit unserem seriennahen YellowCruiser weit hinter uns gelassen! Und das obwohl wir in der ersten Etappe umgekippt waren und in der zweiten Etappe reichlich Zeit auf der Sanddüne im Birkenwäldchen und dann auch noch aufgrund des komischen Reglements verloren hatten!

Ist doch nicht schlecht für den Anfang, oder?

  • Facebook
  • Share/Bookmark

MT Rally: Winde gut, alles gut

Am letzten Tag der MT Rally gab es noch einmal 100 sonnige Kilometer über einen Mix aus schnell befahrbaren Waldwegen und festen Sandpisten, aber auch wieder extrem welligen und ausgefahrenen (Schleich-)Wegen. Und auch unsere selbstbewusste Wind musste unbedingt noch mal zeigen, dass sie nicht umsonst vor unserem YellowCruiser spazieren fährt - nur wenige Kilometer nach dem Start gab es erhebliche Staus an einem Schlammloch, das leider nicht umfahren werden konnte. Einige Fahrzeuge kamen durch, andere nicht. Nun, wie sollte es auch anders sein - wir gehörten wieder mal zu den Pechvögeln. Hans-Peter’s Schuhe waren gerade vom Schlammbad der Nachtetappe getrocknet, nun durften sie sich noch einmal einen vollen Schluck der schwarzbraunen Masse genehmigen - schmatz!

Zum Glück standen außer Fotografen auch noch einige Bäume in geeigneter Stärke rum und boten Halt für unser Windenseil. Wir waren ja schon hinsichtlich diverser Bergungsaktivitäten ein eingespieltes Team und somit saßen alle Handgriffe perfekt und das Thema war schnell erledigt. Der Nächste bitte zum Winchen …

Ansonsten gab es keine weiteren Probleme auf der Etappe, im Gegenteil - es wurde auf einigen Abschnitten richtig schön schnell. Eine schnurgerade, leicht abwärts verlaufende und fast alsphaltmäßig glatt verlaufende, breite Sandpiste, die auch entsprechend fest gefahren war, bot ordentlichen Auslauf für unseren dicken Diesel und damit Geschwindigkeiten jenseits der 100km/h - ich will Spaß, geb’ Gas! Genau am Ende der Piste  befand sich ein Checkpoint und es war schon ein eigenartiges Gefühl, mit Vollspeed auf die dort befindlichen Personen zu zu rasen und möglichst spät zu bremsen, damit man gerade noch so zum Stehen kam um den wichtigen Stempel abzuholen. Aber die Kollegen dort waren gut vorbereitet und schienen jederzeit zum Sprung in den Tiefsand an der Seite bereit zu sein.

Zum krönenden Abschluss gab es unmittelbar vor dem Ziel noch einen netten Kompasskurs, der aber ganz gut zu meistern war. Damit war die MT Rally 2011 vorbei! Geschafft! Ziel erreicht! Die Gesamtwertung wies Platz 19 aus, nicht berauschend aber für uns insgesamt zufriedenstellend.

Jetzt hieß es YellowCruiser vom Dreck befreien, aufladen und Heimweg antreten. Für die Fahrzeugreinigung fanden wir eine sehr kooperative Tankstelle in Drawsko Pomorskie, bei der wir für wenig Geld in aller Ruhe waschen konnten und vor allem mit dem Hochdruckreiniger Fahrwerksteile und Unterboden von der Schlammkruste befreien konnten. Eine erste Schadenanalyse brachte ein beschädigtes Motorlager sowie eine schwergängige und wieder klappernde Lenkung zum Vorschein. Darüber hinaus leuchteten einige bunte Lämpchen im Kombiinstrument, die wohl besser nicht leuchten sollten. Hier muss der Fachmann ran, hoffentlich nichts Ernstes!

  • Facebook
  • Share/Bookmark

MT Rally: Wir saufen ab!!

Aber fangen wir von vorn an. Nach fünf Stunden Schlaf und einem Rührei konnte der zweite Tag hier im polnischen Rally-Camp einigermaßen positiv beginnen. Naja, wenn man von dem hellbraunen, lauwarmen Liquid absieht, was das Küchenpersonal hier wohl Kaffee nennt. Um das jedoch in das richtige Licht zu rücken, wir leben im Rally-Camp in einer Kaserne, die Küche „kocht“ hier sonst für NATO-Soldaten. Aber wechseln wir wieder zum Thema.

Nachdem unsere Hoffnungen auf ein Verschwinden der Elektrik-Probleme unseres YellowCruisers mal so ganz von allein und über Nacht - durch simples Trocknen nach der vielen Feuchtigkeit während der Nachtetappe - nach dem Frühstück allmählich schwanden, mussten wir uns diesen nun zwangsläufig widmen. Wasser und Schlamm hatten der Lichtmaschine zugesetzt, so dass diese keine Energie mehr lieferte. Zunächst hofften wir auf einen Hochdruckreiniger, der vor allem den Schlamm und Sand aus dem, an der wohl am schlechtesten zugänglichen Stelle angebrachten Bauteil entfernen sollte – vergebens. Wohl dem, der vorgesorgt hat: in unserem Ersatzteilvorrat befand sich genau ein Stück Lichtmaschine. Das Wechseln dauerte so seine Zeit, aber immerhin haben wir das Maschinchen wieder zum Laufen gebracht! Mit einer Stunde Verspätung konnten wir dann an den Start der zweiten Etappe der MT Rally gehen – oder sagen wir besser fahren. Diese verlief über viele Kilometer (insgesamt 160) im Prinzip ohne wesentliche Vorkommnisse, wenn man mal von der Tatsache der viel zu schnell in Richtung „Leer“ strebenden Tankanzeige absieht. Ich war nach der Nachtetappe davon ausgegangen, dass ein fast dreiviertel voller Tank Diesel für 160km Offroad-Spaß reichen sollte. Und wer wollte morgens um 03:00 Uhr nach der Nachtetappe, also total übermüdet ohne Licht und mit defekter Lichtmaschine noch in der polnischen Provinz nach eine Tanke suchen, die dann vielleicht gar nicht offen hat? Das dies ein Fehler war wurde mir schnell bewusst, ließ sich aber jetzt nicht mehr ändern - Augen zu und durch!

Ein Problem, auf das man gern verzichtet. Unschönes Gefühl, wenn eigentlich die ganze Etappe über meint zu wissen, dass es nicht reicht. Aber es reichte gerade so, puh ….!

Viel interessanter war eine fehlerhaft angefahrene Flussdurchquerung. Ich musste beim Anblick der Wassermassen vor uns an die erst neu eingebaute Lichtmaschine denken und ging die Furt wohl aus Angst um den Generator zu langsam an bzw. an einer falschen Stelle an. So etwa in der Mitte des Gewässers hatten wir uns festgefahren. Da musste direkt vor unseren Vorderrädern eine Betonkante in der Furt sein, die unsere Räder nicht erklimmen konnte. Nichts ging mehr. Das währe erst mal nicht ganz so schlimm, wenn nicht plötzlich unsere Füße nass geworden wären – also im Auto sitzend – und der Wasserstand im Innenraum Zentimeter um Zentimeter angestiegen wäre. Etwas Optimismus verbreitete nach einigen Minuten ein von hinten anfliegender Jeep – der jedoch winkend an uns vorbei fuhr. Nette Leute, vielen Dank!

Und als wir so richtig schön frustriert im Wasser saßen, tauchte plötzlich fröhlich grinsend Hansy von marathonrally.com auf - mit Pressekamera und immer auf Motivsuche natürlich - und hielt alles schön im Bild und auf Speicherkarte fest (so auch das Bild dieses Beitrags)! Nachdem ich dann schon die Bäume am gegenüberliegenden Ufer zwecks potenzieller Qualifikation zum mediengerechten Windeneinsatz in Augenschein nahm, näherte sich ein Landrover-Team von hinten und schickte sich an uns zu helfen. Zunächst scheiterten etliche Versuche mit dem Bergegurt, bis dahin dass sich der Kollege beim Anrucken die hintere Abschleppöse aus massivem Eisen abriss. Diese kam mitsamt Gurt in Bruchteilen einer Sekunde auf mich zugeschossen, verfehlte aber unsere Windschutzscheibe um einige Zentimeter und schlug im Dach ein. Glück gehabt!

Dann kam die Winde doch zum Einsatz, allerdings unter Nutzung des Landrovers als Zuganker. Das ging ganz gut und brachte uns bald wieder auf trockenen Boden zurück. Schätzungsweise 30 Minuten oder mehr waren verloren. Zuzüglich der später gestarteten 60 Minuten sowie zwei oder drei falscher, aber schnell korrigierter Navigationsentscheidungen, machte das absolut keine Hoffnung mehr unsere Platzierung von 15 (nach der Nachtetappe) zu verbessern. Natürlich ärgert man sich über die unnötige Wasserung, auch unabhängig von der Platzierung. Etwas Abhilfe aber brachte die Information nach ansonsten erfolgreicher Beendigung der Etappe, dass auch andere in der selben Flussdurchfahrt hängen geblieben waren. Zurück im Camp hieß es dann erst mal alles ausladen, auswringen und für guten Durchzug sorgen - ich schätze es wird wohl einige Wochen brauchen, bis unser YellowCruiser wieder vollständig trocken ist …

  • Facebook
  • Share/Bookmark

Winch Dir was …

… war am nächsten Tag das Tagesmotto, und das aber ordentlich. Los ging es jedoch erst mal ziemlich spannend mit dem Finden - oder sagen wir besser Suchen - der Startposition bzw. der Startrichtung der zweiten Roadbook-Etappe. Wir hatten die Koordinaten der Startposition und das Roadbook zeigte den Startpunkt links neben einem einzeln stehenden Baum. Aber da gab es mindestens zwei Richtungen in die man starten konnte; hier ließ uns das Roadbook ziemlich allein. Also einfach langsam los in die Richtung die vor uns lag, mal sehen was kommt. Das Schicksal schien uns sofort wohl gesonnen - nachdem die nächsten drei Wegpunkte des Roadbooks ziemlich mit dem übereinstimmten, was wir rechts und links erkennen konnten, entschieden wir uns für maximale Kraftstoffzufuhr in die Brennkammern des YellowCruiser-Kraftwerks: Volle Fahrt voraus!

So ging es dann ganz engagiert und mit viel Speed über Sandpisten und Waldwege, bis es von Stunde zu Stunde zunehmend feuchter wurde. Nicht nur von oben, nein auch die Pfützen entwickelten sich zunehmend zu Respekt einflößenden Wasserlöchern, in denen man gut und gerne diverse Fahrzeuge ohne Abwrackprämie hätte versenken können. Urplötzlich schossen mir Bilder mit abgesoffenen Fahrzeugen und bis zum Kinn im Schlamm steckenden Rallye-Piloten von der Dresden-Breslau durch den Kopf, die im Sommer genau diesen Abschnitt befahren hatten.  Hoffentlich holen wir uns hier keine nassen Füße!

Aber die ersten Wasserdurchfahrten machten uns recht optimistisch und ließen auf weiteres gutes Gelingen hoffen. Bis uns der eklig schwarze, knietiefe Schlamm in der Zufahrt zu einer Flussquerung plötzlich festhielt und ohne fremde Hilfe nicht mehr loslassen wollte. Sperren? Waren alle bereits drin. Zusätzlich hatte der YellowCruiser ziemliche Schräglage und ich die Befürchtung, dass wir mit der rechten Seite direkt auf der Uferböschung liegen. Was bei dem Gewicht sicher einige böse Dellen mit sich bringen würde. Mist!

Wohl oder übel musste jetzt die Winde ran. Klar, die im Trockenen stehenden ‘Zaungäste’ hatten gut Lachen und jede Menge superschlaue Kommentare. Na toll, kaum steckst Du fest und schon fangen die anderen an zu feiern!

Dank eines erfahrenen Jeepers kamen wir trotzdem ganz gut wieder aus der schwarzen Soße raus - bzw. in den Fluss hinein, aus dem wir uns dann auf der anderen Seite an einem Baum herauswinchen konnten. Damit war dann auch gleich das neue Equipment von der Winde selbst bis hin zu diversen Gurten standesgemäß eingeweiht und schlammverschmiert. Natürlich haben wir in diesem Zusammenhang auch noch das Windenseil total verknotet aufgewickelt und anschließend beim kompletten Abwickeln aus der Winde gerissen! Saublöd das!

Schaden macht klug, sagt man. Zumindest waren wir nach dieser Aktion um einiges schlauer. Glück im Unglück hatten wir jedoch trotzdem, an der rechte Seite des YellowCruisers war bis auf einige kleine Striemen auf der gelben Folie nichts zu sehen, nicht eine kleine Delle. Na das ging ja noch mal gut …

Es ging bergauf …
… und bergab.
Bis dann nichts mehr ging …
… wegen schwarzer Pampe.
Winde marsch!
Das hat man nun davon :-(
  • Facebook
  • Share/Bookmark

Yes we can!

Eigentlich ist klar, dass nur ein Fahrzeug des ur-amerikanischen Offroad-Herstellers für den harten Einsatz zwischen Moskau und Ulaan-Bator in Frage kommt. Immerhin mehr als 7.000 Kilometer quer durch sibirische Wälder, Steppe und mongolische Wüste! Seit Jahren bin ich irgendwie mit dieser Marke verheiratet und habe diverse Exemplare im rauen Gelände bewegt. Und das immer ohne Schäden und mit viel Spaß! Amerikanisch und robust - eben der Vater aller Geländewagen. Und die Marke ist Lebensinhalt: steht unter anderem für Freiheit und Natur und “The american way of life”. Fahrer dieser Marke sind irgendwie anders, vielleicht manchmal auch verrückt, halten zusammen, grüßen sich auf der Straße und manche treffen sich regelmäßig und haben gemeinsam viel Spaß. Yes we can!

Nur ist das auf dem Hof stehende Exemplar irgendwie zu klein - sicher absolut perfekt zum Klettern über Steine und spielen im großen Sandkasten.  Aber eine Marathon-Rallye? Da muss etwas Größeres her und richtig hergerichtet. Fahrwerk, Winde, Snorkel, und und und … - aber schon die gleiche Marke!

Also auf zum freundlichen Händler und mal sehen was der so auf dem Hof stehen hat. Kein Neuwagen, aber das aktuelle Modell sollte es schon sein. Schließlich werden wir auch einige PR-Unterstützung benötigen, und da ist es besser nicht  mit einem zu alten Modell unterwegs zu sein. Budget: 25.000 … 35.000 EUR. Da sollte die Auswahl groß sein.

  • Facebook
  • Share/Bookmark