Sonntag, 5 of September of 2010

Tag » Zelt

Wohl nicht ganz dicht!

“Motorsport-Zelt” hieß das viel versprechende Angebot im Online-Shop und im Kleingedruckten war unter anderem von “wetterfest” die Rede und es wurde aber vor Sturm, Hagel und Gewitter gewarnt. Das ist gut nachvollziehbar bei einem großen Zelt, dessen Dach und Seitenteile zusammen vielleicht eine größere Gesamtfläche als das Segel einer kleinen Yacht im Ernstfall gegen den Wind stemmen müssen. Große Freude kam auf, als es das Zelt dann auch noch in gelber Farbe gab! Na wenn das nicht ideal zum “Corporate Design” von 4×4-Rally.com passt! Bestellt, bezahlt und geliefert innerhalb kürzester Zeit - und das gelbe Zelt gehört seit dem zur Team-Ausrüstung und sollte sich zur Baja Saxonia erstmals bewähren.

Sturm, Hagel und Gewitter hatten wir glücklicherweise nicht zur Baja Saxonia. Dafür massenhaft Wasser von oben. Gut, dass wir das Zelt über und um Tisch und Stühle, Getränke, Proviant, Ersatzteile und Werkzeug aufgebaut hatten! So denkt man doch, wenn man ein “wetterfestes Motorsport-Zelt” hat, oder? Und dann freuten wir uns nach einer langen Rallye-Etappe durch Regen, Schlamm und Kälte am Abend auf ein gemeinsames Abendessen und Bier im Team und vor allem im Trockenen. Dafür hatten wir ja extra ein großes Zelt angeschafft.

Doch es kommt ja meist anders als man denkt - alles war nass im Zelt! Überall tropfte es durch das Zeltdach, in jedem Campingstuhl hatte sich mindesten ein Liter Regenwasser angesammelt! Wieso nur haben wir annehmen können, dass ein “wetterfestes” Zelt überhaupt Schutz vor Regen bietet? Zitronenfalter falten schließlich für gewöhnlich auch keine Zitronen und Handschuhe habe ich im so genannten Fach auch noch in keinem Auto gesehen.

Die anschließende Reklamation beim Lieferanten brachte dann eine erstaunlich interessante Antwort zu Tage: “… zu Ihrer Reklamation, dass das Zelt nicht wasserdicht ist, muss ich Ihnen leider mitteilen, dass das auch nicht in unserer Beschreibung steht. Das Zelt ist wetterfest und kann durch Aufbringen einer zusätzlichen Imprägnieremulsion wasserdicht gemacht werden.”

Die sind wohl nicht ganz dicht! Aber möglicherweise ist die Formulierung “wetterfest” irgendwie Juristendeutsch und beim Nachschlagen auf diversen Webseiten findet sich im Zusammenhang mit verschiedenen Produkten der Hinweis, dass “wetterfest” dort wohl tatsächlich nur so viel bedeutet wie “das Produkt geht im Regen nicht kaputt”. Mit Schutz vor Regen scheint “wetterfest” überhaupt nichts zu tun zu haben. Dumm gelaufen!

Naja, immerhin hat der Lieferant das Zelt nach einigem Hin und Her zurück genommen. Vielleicht war die Bezeichnung “wetterfest” für unsere gelbe Tropfsteinhöhle dann doch etwas übertrieben und vielleicht auch letztendlich rechtlich wohl nicht ganz “wasserdicht” …

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Kisten packen …

Der Countdown läuft - nur noch weniger als 72 Stunden bis zum Start der Baja Saxonia (www.baja-saxonia.de)!

Jetzt heißt es Kisten packen: Zelt, Schlafsack, Isomatte, (warme…) Klamotten, Werkzeug, diverse Ersatzteile, Arbeitskombi, Taschen-, Stirn- und Zeltlampen, allemöglichen Ladegeräte und Netzteile für Notebook und Kamera, etwas Marschverpflegung und so weiter und so weiter. Garantiert fehlt am Ende irgendetwas, was dringend gebraucht wird.

Auf Anraten einiger “alter Baja-Hasen” haben wir uns noch einen neuen Kompass zugelegt und uns am Wochenende mit trigonometrischen Funktionen, Marschrichtungszahlen und ähnlichen Spielchen der Navigation mit Karte und Kompass befasst, die irgendwie an ganz lange vergangene Zeiten zwischen GST und NVA erinnert haben. Apropos Karte - im Gegensatz zur militär-sozialistischen Vergangenheit haben wir ja jetzt zum Glück solche glorreichen Segnungen wie digitale Satellitenkarten, die man sich einschließlich der aktuellen GPS-Position bei Gelegenheit oder im Notfall auch bei Orientierungsverlust im Fahrzeug auf den Blackberry downloaden kann. Vorausgesetzt man hat ausreichend guten Mobilfunkempfang. Aber lieber einige Sekunden für eine gute Standortermittlung einschließlich Kartendownload investieren, als Minuten oder gar Stunden während einer Irrfahrt durch den Tagebau verlieren. Nun ja, wir werden sehen …

Starken Rückenwind für unser Unterfangen gibt uns dabei auch die in der letzten Woche erhaltene Zusage der Sparkasse Leipzig, die uns in diesem Jahr als weiterer Partner und Sponsor unterstützen wird. In einer Zeit in der fast alle über Krise, Staats- und Bankenpleiten reden ist das mehr als eine gute Nachricht!

Ach so, da war noch das Thema Finanzamt und Kfz-Steuer aus dem letzten Beitrag offen: die Vorstellung unseres Rallye-Busses - der zumindest zulassungstechnisch ein LKW ist - beim Finanzamt vor einigen Tagen hat ergeben, dass der LKW auch als LKW versteuert wird. Da freut man sich doch, wenn das eine Amt an das glaubt, was das andere Amt schriftlich festgelegt hat. Dies soll ja nicht immer so ein. Und ich staune, worüber man sich eben so freut in diesen Zeiten.

Aber am meisten freuen wir uns auf das kommende Wochenende und dass es dann bei der Baja Saxonia ordentlich rund geht im Tagebau!

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